Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Milde Winter, weniger Todesfälle?

Aktuelles

Junge Frau mit Hut trinkt Kaffee im Freien.

Positiv am Klimawandel finden besonders Menschen in nördlichen Gefilden, dass es im Winter wärmer wird. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, sagen britische Forscher.
© Alliance - Fotolia.com

Mo. 24. Februar 2014

Klimawandel: milde Winter, weniger Todesfälle?

Im Winter sterben mehr Menschen als in warmen Jahreszeiten. Das könnte sich durch den Klimawandel mit den zu erwartenden milderen Wintern ändern, hoffen selbst offizielle Stellen. Doch britische Forscher winken ab. Ihren Berechnungen zufolge ist längst nicht mehr allein die Kälte das Hauptproblem im Winter.

Anzeige

"Die Zahl der kalten Tage hat nichts mehr mit der erhöhten Zahl der Todesfälle im Winter zu tun", sagt der Hauptautor der Studie, Dr. Philip Staddon von der Universität Exeter. Stattdessen sei seit mehreren Jahrzehnten schon die Grippe der Hauptkiller. Das ergab seine Auswertung von Todesfällen von 1951 bis 2011. Während in den ersten zwei Dekaden des Untersuchungszeitraums tatsächlich die Anzahl der Frosttage eng mit der Zahl der Todesfälle in Zusammenhang stand, war das für den Zeitraum zwischen 1991 und 2011 nicht mehr nachzuweisen. Hier zeigte sich die Grippeaktivität als alleinige Ursache, warum im Winter mehr Menschen starben als im Sommer. Die Forscher führen das darauf zurück, dass sich die Wohnsituation, die Gesundheitsversorgung und das Wissen um die Gefahren der Kälte in der Bevölkerung erheblich verbessert haben.

Obwohl die Winter aufgrund des Klimawandels im Durchschnitt milder werden sollen, bestehe laut der Forscher die Gefahr für größere Wetterextreme mit kurzen Perioden starker Kälte. Diese Temperatur-Schwankungen könnten dafür sorgen, dass die Zahl der Todesfälle im Winter durch den Klimawandel eher noch steigt. Staddon mahnt daher, die Auswirkungen des Klimas nicht zu unterschätzen und sowohl die Grippevorsorge als auch der Schutz der Bevölkerung vor Kältewellen aufrechtzuerhalten.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Abnehmen: Auf diese Mahlzeit kommt es an

Wann und wie häufig wir essen, spielt bei einer Diät eine wichtige Rolle.

Impfung gegen Mückenspucke im Test

Die Impfung könnte vor Malaria, Gelbfieber und Zika schützen.

Führen Antibiotika zu Geburtsfehlern?

Einige Wirkstoffe könnten dem ungeborenen Baby schaden.

Aortendissektion wird oft nicht erkannt

Die Symptome ähneln denen eines akuten Herzinfarktes.

Beugen Darm-Viren Typ-1-Diabetes vor?

US-Forscher finden einen Virenstamm, der das Diabetes-Risiko verringert.

Warum bei Diabetes die Zähne leiden

Eine neue Studie zeigt einen bisher unbekannten Zusammenhang.

Versteckte Viren verstärken MS

Herpesviren lösen Multiple Sklerose nicht aus, können aber den Verlauf beeinflussen.

Hände verraten viel über Selbstkontrolle

Wie man sich entscheidet, ist oft schon vorher an den Händen zu erkennen.

Bauernhoftiere schützen vor Allergien

Der Kontakt mit Tieren nimmt positiven Einfluss auf die Aktivität des Immunsystems.

Pflanzenfarbstoff hilft bei Entzündungen

Lutein wirkt entzündungshemmend. Das kann besonders bei einigen Formen der koronaren Herzkrankheit nützen.

Diabetes: Schlafapnoe schadet den Augen

Nächtliche Atemaussetzer können innerhalb weniger Jahre das Augenlicht gefährden.

Gürtelrose: Herz-Kreislauf-Risiko steigt

Die Viruserkrankung belastet den Kreislauf - gerade bei jüngeren Menschen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen