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Frau über 60 mit grauem Pagenschnitt und schwarzem Pullover schaut traurig in die Ferne; am Bildrand Rand weiße Blumen

Wenn der Partner stirbt, leidet nicht nur die Seele. Auch die Gesundheit des Herzens wird belastet.
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Mi. 26. Februar 2014

Trauer belastet Herz und Kreislauf

Bei einem Trauerfall in der Familie leidet nicht nur die Seele, wie britische Forscher jetzt herausgefunden haben. Auch der Körper, vor allem das Herz, wird durch den Tod eines Angehörigen extrem belastet. Die Gefahr, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben, steigt kurzzeitig stark an.

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"Wir benutzen oft den Begriff des 'gebrochenen Herzens', um den Schmerz zu beschreiben, den jemand empfindet, wenn er einen geliebten Menschen verliert", sagt Dr. Sunil Shah von der St.George's Universität in London. "Unsere Studie zeigt jetzt, dass ein Todesfall einen direkten Einfluss auf die Gesundheit des Herzens haben kann." In dem Monat nach dem Tod eines geliebten Menschen verdopple sich demnach für den Partner die Gefahr, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben, berichten die Forscher online im Fachjournal JAMA Internal Medicine. In der normalen Bevölkerung traten diese Ereignisse bei acht von 10.000 Personen auf, bei Trauernden stieg die Zahl auf 16 an, so die Wissenschaftler. In späteren Monaten verringerte sich das Risiko für die Trauernden allerdings auch wieder.

Grund für das ansteigende Risiko sei vermutlich, dass Trauer den Körper zusätzlich belaste, so die Forscher. In anderen Studien hatte sich bereits gezeigt, dass Todesfälle und Trauer einen Einfluss auf die Blutgerinnung, den Blutdruck, die Menge an Stresshormonen und die Herzfrequenz haben können. "All dies kann die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen", sagt Shah. In einer weiteren Studie fanden die Forscher von der St.George's Universität in London zudem heraus, dass Menschen in den ersten Monaten nach dem Verlust des Partners oft ihre Dauermedikamente nicht mehr regelmäßig einnehmen. Im Fall von Cholesterinsenkern oder blutverdünnenden Mitteln könnte auch dies die Gefahr für Herz-Kreislauf-Probleme erhöhen.

HH

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