Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Hängen Paracetamol und ADHS zusammen?

Aktuelles

Schwangere fasst sich mit der einen Hand an den Bauch, in der anderen hält sie einige Tabletten

Bislang galt Paracetamol als Mittel der ersten Wahl, wenn Schwangere ein Schmerzmittel benötigten.
© evgenyatamanenko - Fotolia

Do. 27. Februar 2014

Schwangerschaft: Führt Paracetamol zu ADHS?

Paracetamol galt zur Behandlung von Schmerzen bei Schwangeren bislang als Mittel der ersten Wahl. An dieser Überzeugung rütteln jetzt die Studienergebnisse eines dänisch-US-amerikanischen Forscherteams. Demnach scheint sich für Kinder die Gefahr zu erhöhen, eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, zu entwickeln, wenn ihre Mutter während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatte.

Anzeige

Kinder mit ADHS haben Probleme mit der Aufmerksamkeit, sind hyperaktiv und reagieren häufig extrem impulsiv. Was genau die Erkrankung verursacht, sei noch nicht genauer bekannt, so Dr. Beate Ritz von der Universität von Kalifornien in Los Angeles, doch scheinen neben erblichen Faktoren auch Umgebungseinflüsse eine Rolle zu spielen. Zu diesen, so die Annahme der Wissenschaftler, könnte zum Beispiel die Einnahme von Paracetamol zählen.

In ihrer Langzeitstudie, in deren Verlauf die Forscher Daten von über 64.000 Kindern und Müttern auswerteten, zeigte sich nun, dass mehr als die Hälfte der Frauen während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatte. Die Kinder dieser Frauen hatten ein zwischen 13 und 37 Prozent erhöhtes Risiko, eine Verhaltensstörung zu entwickeln, sei es, dass sie im Alter von sieben Jahren verhaltensauffällig waren, dass bei ihnen ADHS diagnostiziert wurde oder dass sie ADHS-Medikamente einnahmen. Dieser Zusammenhang trat umso deutlicher zutage, je länger die Schwangeren das Schmerzmittel verwendet hatten.

Eine mögliche Erklärung für den Zusammenhang könnten Ergebnisse aus Tierversuchen liefern. Hier habe sich gezeigt, dass Paracetamol die Hormone beeinflusse, so Ritz. Dies wiederum könnte sich auf die Gehirnentwicklung des Ungeborenen auswirken, vermuten die Forscher. Sollten sich ihre Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, könnte Paracetamol seinen Status als sicheres Medikament für Schwangere verlieren, warnen die Wissenschaftler.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Wovor Impfgegner wirklich Angst haben

Eine neue Analyse zeigt, welche Überzeugungen Impfgegner haben.

Krebsrisiko: Wie heiß darf Tee sein?

Zu heißer Tee kann das Risiko für Speisenröhrenkrebs deutlich erhöhen.

Ampelsystem für mehr Nachhaltigkeit

Ein Ampelsystem überzeugt offenbar viele Menschen davon, gesunde und nachhaltige Speisen zu wählen.

Entwarnung für Paracetamol

Eine Studie widerlegt die Annahme, dass Paracetamol in der Schwangerschaft dem Baby schadet.

Alkohol schädigt auch Abstinenzler

Alkoholkonsum birgt Risiken - nicht nur für denjenigen, der selbst trinkt.

Neuer Wirkstoff senkt hohes Cholesterin

Bempedoinsäure könnte Patienten helfen, die keine Statine vertragen.

Psychische Probleme bei Jüngeren steigen

Experten führen das auf die vermehrte Nutzung von digitalen Medien zurück.

Zu viel Hygiene fördert Resistenzen

In sehr sauberen Umgebungen bilden sich resistente Keime eher.

Schwanger: Jede Zigarette ist riskant

Während und kurz vor der Schwangerschaft zu rauchen, erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

Schönheitsoperationen werden beliebter

Vor allem Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen werden immer häufiger durchgeführt.

Neue Therapie bei Darmentzündungen?

Die Behandlung könnte vor allem Personen mit schweren Symptomen helfen.

Tripper: Wenn Antibiotika versagen

In Europa werden häufiger Erreger gefunden, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen