Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Prostatakrebs: OP oder abwarten?

Aktuelles

Portrait attraktives Paar Mitte 50; Mann mit grauem Dreitagebart lacht in die Kamera und wird von Frau auf die Wange geküsst

Prostatakrebs betrifft vor allem Männer in der zweiten Lebenshälfte.
© giideon - Fotolia

Do. 06. März 2014

Prostatakrebs: Jüngere Männer profitieren von OP

In Deutschland wird jährlich bei mehr als 60.000 Männern Prostatakrebs festgestellt. Damit ist das Karzinom der Vorsteherdrüse die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Über den besten Behandlungsweg sind sich Krebsexperten noch uneins. Eine neue Studie deutet jetzt darauf hin, dass jüngere Männer von einem chirurgischen Eingriff am meisten profitieren.

Anzeige

Das Team aus internationalen Wissenschaftlern hatte untersucht, wie erfolgreich zwei unterschiedliche Behandlungsstrategien sind: Eine radikale Prostatektomie, bei der mit einem chirurgischen Eingriff die gesamte Vorsteherdrüse samt Samenblase entfernt wird, oder das sogenannte "Watchful Waiting". Ins Deutsche übersetzt heißt das so viel wie "beobachtendes Abwarten". Sie hatten hierfür die Daten aus einer Krebsstudie analysiert, bei der die Gesundheit von fast 700 skandinavischen Männern mit Prostatakrebs über 24 Jahre beobachtet worden war. Dabei ermittelten sie für jüngere Männer mit einer Operation eine niedrigere Sterberate als für Männer, deren Tumor lediglich beobachtet worden war.

Dieser positive Effekt zeigte sich allerdings nur für Krebspatienten, die jünger als 65 Jahre waren. Doch auch ältere Männer mit Prostatakrebs konnten von einem chirurgischen Eingriff profitierten, wie die Wissenschaftler im Fachblatt New England Journal of Medicine berichten. Bei ihnen bildeten sich weniger häufig Metastasen und zusätzliche Behandlungen wurden seltener nötig. "Allerdings war auch ein Großteil der Studienteilnehmer, bei denen der Krebs nicht behandelt wurde, 18 Jahre nach Studienbeginn noch am Leben", sagt Mitautorin Jennifer Rider von der Harvard School of Public Health in Boston, USA. Dies deute darauf hin, dass es unter Umständen möglich sei, durch aufmerksames Beobachten ein Zuviel an Behandlung zu verhindern.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

7 Punkte senken den Blutdruck

Wer sie im mittleren Alter beherzigt, hat später ein deutlich niedrigeres Risiko für Bluthochdruck.

Wie ähnlich sind sich Depression und Angst?

Immunsystem und Fettstoffwechsel der Patienten zeigen deutliche Unterschiede.

Weniger Kalorien, längeres Leben

Wie die Ernährung und die Körpertemperatur die Lebensdauer beeinflussen.

Achtsames Atmen gegen Bluthochdruck

Langsames und bewusstes Atmen mildert Stress und könnte auch den Blutdruck senken.

Sprachtherapie nach Schlaganfall

Eine neue Studie zeigt, dass eine kurze und intensive Therapie nicht unbedingt die beste ist.

Schadet Bluthochdruck dem Gehirn?

Hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte könnten die Denkgeschwindigkeit verlangsamen.

Männer sind häufiger nachtaktiv

Männer und Frauen haben oft einen unterschiedlichen Tagesrhythmus.

Erkältung schützt vor der Grippe

Eine Erkältung bereitet das Immunsystem auch auf andere Viren vor.

Auch wenig Alkohol macht dick

Schon ein Glas Wein oder Bier pro Tag steht mit überflüssigen Kilos in Zusammenhang.

Erhöht Haarefärben das Krebsrisiko?

Forscher haben Frauen, die sich ihre Haare selbst zu Hause färben, über 30 Jahre lang beobachtet.

Fast Food lässt uns schneller altern

Stark verarbeitete Lebensmittel haben einen negativen Effekt auf unser biologisches Alter.

E-Zigaretten schaden der Mundgesundheit

Der Dampf der E-Zigaretten sorgt für Entzündungen im Mundraum.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen