Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Alzheimer verläuft in drei Phasen

Aktuelles

Junge Frau mit älterem Mann am Küchentisch beim Betrachten eines Fotoalbums

In den ersten Stadien der Alzheimer-Erkrankung sind noch kaum Anzeichen für einen Gedächtnisverlust bemerkbar.
© Gina Sanders - Fotolia

Fr. 07. März 2014

Alzheimer: 3 Phasen der Ablagerungen im Gehirn

Bei der Alzheimer-Krankheit häufen sich spezielle Eiweißverbindungen im Gehirn an, die als Beta-Amyloid bezeichnet werden. Diese Ablagerungen schaden Nervenbahnen und Gehirn. Doch nicht nur die Menge scheint hier eine Rolle zu spielen, wie Forscher jetzt herausfanden.

Anzeige

Mit dem Fortschreiten der Krankheit nimmt die Menge an Beta-Amyloid zu. Die Eiweißverbindungen selbst durchlaufen zudem eine Art mehrstufigen Reifungsprozess, der sie schädlicher werden lässt. Das berichten Forscher aus Ulm gemeinsam mit japanischen Kollegen in der Fachzeitschrift Brain. In mehreren Schritten nehme das Beta-Amyloid immer komplexere Strukturen an, die den Nervenbahnen immer stärker zusetzen, so der Biochemiker Professor Marcus Fändrich. "Die Substanz wird immer klebriger und neigt verstärkt zur Verklumpung, was sie noch toxischer auf die Nervenzellen im Gehirn wirken lässt", erklärt Studienleiter Professor Dietmar Thal.

Aus ihren Erkenntnissen entwickelten die Forscher nun ein Modell zum Krankheitsverlauf mit drei biochemischen Stadien: Zu Beginn lassen sich ausschließlich "normale" Beta-Amyloid-Ablagerungen nachweisen. In einem zweiten Stadium tritt zusätzlich eine veränderte Variante des Eiweißstoffes auf, die in bestimmten Bereichen verkürzt ist. Im dritten Stadium kommt eine weitere Form hinzu, die Phosphatgruppen trägt. In ihrer Studie waren Alzheimer-Fälle mit erkennbaren Symptomen biochemisch dem Stadium 3 zuzurechnen, wie die Forscher berichten.

Zwar gehe man mittlerweile davon aus, dass bereits weniger stark zusammengeklumpte Formen des Beta-Amyloids toxisch auf empfindliche Hirnstrukturen wie die Nervenverbindungen wirken. Die nach außen sichtbaren Symptome der Alzheimer-Demenz träten allerdings meist erst dann auf, wenn sich im Gehirn bereits krankhafte Veränderungen durch Ablagerungen zeigten, so die Wissenschaftler.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Metformin könnte vor Demenz schützen

Das bekannte Diabetes-Medikament schützt möglicherweise auch vor geistigem Verfall.

Tabak: 1,9 Millionen Herztode pro Jahr

20 Prozent aller Todesfälle durch die koronare Herzkrankheit gehen auf das Konto von Tabak.

Senioren sind heutzutage fitter

Vor 30 Jahren waren ältere Menschen lange nicht so leistungsfähig wie heute.

Gesund Essen ist wichtiger als der BMI

Eine gesunde Ernährung ist für die Gesundheit wichtiger, als die Zahl auf der Waage.

Schwangerschaft verzögert MS

Bei Frauen, die ein Baby kriegen, treten Symptome einer Multiplen Sklerose erst später auf.

Medikament gegen Magersucht

Ein Leptin-haltiges Arzneimittel könnte Patienten helfen, die unter einer Essstörungen leiden.

7 Punkte senken den Blutdruck

Wer sie im mittleren Alter beherzigt, hat später ein deutlich niedrigeres Risiko für Bluthochdruck.

Wie ähnlich sind sich Depression und Angst?

Immunsystem und Fettstoffwechsel der Patienten zeigen deutliche Unterschiede.

Weniger Kalorien, längeres Leben

Wie die Ernährung und die Körpertemperatur die Lebensdauer beeinflussen.

Achtsames Atmen gegen Bluthochdruck

Langsames und bewusstes Atmen mildert Stress und könnte auch den Blutdruck senken.

Sprachtherapie nach Schlaganfall

Eine neue Studie zeigt, dass eine kurze und intensive Therapie nicht unbedingt die beste ist.

Schadet Bluthochdruck dem Gehirn?

Hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte könnten die Denkgeschwindigkeit verlangsamen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen