Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Antibiotikum mit Licht einschalten

Aktuelles

Petrischale mit einem Bakterienrasen, auf dem man die Mona Lisa erkennt; daneben ein Abbild des Originalgemäldes

Ein Bakterienrasen wurde zunächst mit dem inaktivierten Antibiotikum versetzt. Danach beleuteten es die Forscher testweise durch eine Maske. So konnten sie das Antibiotikum gezielt aktivieren (dunkle Stellen im Gesicht).
© Babii et al.

Sa. 22. März 2014

Antibiotikum mit Licht an- und ausschalten

Wissenschaftler aus Karlsruhe und Kiew haben ein Antibiotikum hergestellt, dessen Aktivität im Körper sich mit Licht steuern lässt. Dies könnte die Behandlung örtlich begrenzter Infektionen verbessern und Nebenwirkungen verringern.

Anzeige

Damit der Arzneistoff auf Licht reagieren kann, mussten die Forscher dessen Molekülstruktur leicht verändern. Sie bauten dazu eine Art biochemischen Schalter in das Antibiotikum ein, der ähnlich funktioniert wie ein Helligkeitssensor, der Straßenlaternen abends bei Dunkelheit einschaltet und bei Tag wieder ausschaltet. Der molekulare Schalter im Antibiotikum sorgt dafür, dass es aktiv wird und gegen Bakterien vorgeht, sobald Tageslicht auf das Arznei-Molekül trifft. Ausschalten lässt sich die Wirkung, wenn der Arzneistoff mit ultraviolettem Licht bestrahlt wird.

Um die Wirkung zu beweisen, behandelten die Wissenschaftler einen Bakterienfilm mit dem inaktivierten Antibiotikum und bestrahlten ihn anschließend durch eine Maske mit Licht. Dadurch wurde quasi der Schalter angeknipst, die Molekülstruktur des Antibiotikums wechselte in die aktive Form, wodurch das gesamte Wirkstoffmolekül eine wesentlich höhere antimikrobielle Wirkung zeigte. Die Leiterin der Forschergruppe, Professorin Anne S. Ulrich vom Karlsruher Institut für Technologie, erklärt in der Fachzeitschrift "Angewandte Chemie", dass solche durch Licht beeinflussbaren Antibiotika künftig als intelligente Medikamente gegen örtliche bakterielle Infektionen dienen könnten. "Die üblichen Nebenwirkungen lassen sich durch das An- und Ausschalten minimieren." Denkbar seien mit dieser Strategie auch neue Wirkstoffe gegen Krebs.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Demenzrisiko zeichnet sich früh ab

Gewisse Faktoren wie Übergewicht wirken sich schon bei Teenagern auf das Risiko für Demenz aus.

Der Ursprung von SARS-CoV-2

Das Virus zirkuliert offenbar schon seit Jahrzehnten unbemerkt in Fledermäusen.

Grippeimpfung gegen Alzheimer

Gewisse Impfungen schützen nicht nur vor Infektionen, sondern eventuell auch vor Alzheimer.

Antikörper könnten Fehlgeburt auslösen

Forscher wollen ein Medikament entwickeln, um diesen Antikörper zu hemmen.

Was essen bei zu hohem Blutdruck?

Ein wenig Fleisch und Milchprodukte schaden nicht, wie eine neue Studie zeigt.

Wer glücklich ist, wird seltener krank

Eine aktuelle Studie zeigt: Zufriedene Menschen sind seltener krankgeschrieben.

Schwangerschaft ist keine Schonzeit

Ärzte raten Schwangeren, sich täglich mindestens eine halbe Stunde zu bewegen.

Pflanzliches Eiweiß verlängert das Leben

Je häufiger Hülsenfrüchte, Nüsse & Co auf dem Speiseplan stehen, desto besser.

Fasten bei Brustkrebs-Therapie

Medikamente könnten besser wirken, wenn Frauen eine Fasten-ähnliche Diät befolgen.

Neuer Bluttest erkennt Krebs früher

Großer Zeitgewinn: Bis zu 4 Jahre eher als bisher ließe sich damit Krebs aufspüren.

Mit Krebsmedikament gegen Alzheimer

Schon eine niedrige Dosis konnte vielversprechende Ergebnisse in der Behandlung erzielen.

Eisen: Schlüssel für ein langes Leben?

Eine lange Lebensdauer scheint mit Genen zusammenzuhängen, die mit dem Eisenstoffwechsel zu tun haben.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen