Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung So ungesund ist Untergewicht

Aktuelles

Schlanke Frau hockt auf einer Waage.

Untergewichtige Menschen haben ein ebenso großes Gesundheitsrisiko wie übergewichtige.
© Africa Studio - Fotolia

Sa. 29. März 2014

Untergewicht genauso ungesund wie Übergewicht

Zu wenig Gewicht ist ebenso schädlich wie zu viele Kilos: Beides erhöht einer kanadischen Studie zufolge die Gefahr, vorzeitig zu sterben. Dies gelte nicht nur für Föten, sondern auch für Erwachsene, berichten die Forscher im Fachblatt Journal of Epidemiology and Public Health.

Anzeige

Die Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Joel Ray hatten Daten aus 51 Studien verglichen und geprüft, ob zwischen dem Body Mass Index (BMI) und der Gefahr eines vorzeitigen Todes eine Verbindung besteht. Sie fanden heraus, dass für untergewichtige Erwachsene mit einem BMI von 18,5 oder weniger die Gefahr, im entsprechenden Studienzeitraum zu sterben, 1,8-mal höher lag als für Menschen mit einem relativ normalen BMI von 18,5 bis 24,9. Für Übergewichtige mit einem BMI über 30 lag das Risiko 1,2-mal höher, bei extremem Übergewicht ab einem BMI von 35 und mehr 1,3-mal höher.

Die ausgewählten Studien liefen über fünf Jahre oder länger, um Personen ausschließen zu können, die aufgrund von Krebs, einer chronischen Lungenerkrankung oder Herzschwäche untergewichtig waren. Andere gängige Ursachen für zu wenig Gewicht seien Mangelernährung, starker Alkohol- oder Drogenkonsum, geringes Einkommen oder eine schlechte geistige Gesundheit, so die Wissenschaftler.

Ray weist jedoch auch darauf hin, dass der BMI nicht nur die Menge an Körperfett widerspiegele, sondern auch die Muskelmasse. "Wenn wir diese Messgröße weiter benutzen wollen, müssen wir erkennen, dass eine Person mit robuster Gesundheit jemand ist, der eine angemessene Menge an Körperfett hat und zudem ausreichend Knochen und Muskeln", sagte der Mediziner. Werde jedoch untersucht, welche nachteiligen Folgen zu viel Körperfett habe, sollte als Messgröße lieber der Taillenumfang gemessen werden.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Fettleber nicht nur durch Alkohol

Übergewicht und wenig Bewegung sind ebenfalls Risikofaktoren.

Medikamente bringen das Herz aus dem Takt

Einige Wirkstoffe können zu gefährlichen Herzrhythmusstörung führen.

Herzschwäche: Auf das Gewicht achten

Zeigt die Waage plötzlich mehr an, kann das auf eine schlechtere Herzfunktion hinweisen.

Italien erlässt Gesetz zur Impfpflicht

Kinder sollen obligatorisch gegen 12 Infektionskrankheiten geimpft werden.

Schwanger dank Röntgenuntersuchung?

Eine spezielle Untersuchung könnte Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen.

Täglich ein Wasser statt Limo hält schlank

Damit lässt sich das Risiko für Übergewicht deutlich reduzieren.

Jeden Tag sterben 3000 Jugendliche

Verkehrsunfall, Selbstmord, Gewalt: Die Ursachen sind sehr oft vermeidbar.

Verhütung mit pflanzlichen Stoffen?

Eine Kombination aus zwei Wirkstoffen ist in der Lage, Spermien auszubremsen.

Europa: Wer trinkt am meisten Alkohol?

Forscher haben eine Übersichtsstudie zum Alkoholkonsum erstellt.

Zink-Tabletten verkürzen Erkältung

Dazu muss das Spurenelement bei den ersten Krankheitszeichen eingenommen werden.

Arthroskopie: Tabu bei Knieproblemen?

Die Operation bringt offenbar keinen Nutzen, hat dafür aber Risiken.

Blutdruck-Werte in Deutschland gesunken

Zwischen Männern und Frauen bestehen jedoch deutliche Unterschiede.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen