Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Senioren bei Grippe im Nachteil

Aktuelles

Grippekranker Mann in den 60ern auf der Couch mit bunter Decke, Schal, Wärmeflasche, Trinkbecher

Bei Senioren dauert eine Grippeerkrankung vielfach länger, was jedoch nicht auf eine Schwäche des Immunsystems zurückzuführen ist.
© Ljupco Smokovski - Fotolia

Sa. 05. April 2014

Grippe: Senioren im Nachteil, weil sie resistenter sind

An der Grippe erkranken besonders ältere Menschen häufig und leiden länger unter den Symptomen als jüngere. Warum, war bisher unklar. Forscher am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig haben nun einen möglichen Grund gefunden: Das Grippevirus vermehrt sich in älteren Menschen so langsam, dass ihr Immunsystem die Erkrankung zu spät erkennt.

Anzeige

Dass Senioren bei einer Grippeerkrankung oft länger unter den Symptomen leiden, wurde bisher auf eine geschwächte Immunantwort zurückgeführt. Forscher um Professor Dr. Michael Meyer-Hermann haben nun eine andere Erklärung gefunden. In der Fachzeitschrift Journal of Virology stellen sie ein neues mathematisches Modell vor. Demnach sorgen Botenstoffe des Immunsystems, sogenannte Zytokine, dafür, dass die Zellen in der Lunge, die dem Virus als Wirt dienen, gegen das Virus resistenter werden. Da diese Botenstoffe in älteren Menschen in höherer Konzentration vorliegen als in der jüngeren Bevölkerung, vermehrt sich das Virus in älteren Menschen langsamer.

Was auf den ersten Blick positiv klingt, erweist sich als Nachteil, denn dadurch setzt die Abwehrreaktion des Körpers verlangsamt ein. Das Immunsystem bekämpft die Erkrankung erst dann zügig und mit ganzer Kraft, wenn eine gewisse Reizschwelle überschritten wird. Anderenfalls bleibt die Infektion bestehen. "Um schnell wieder gesund zu werden, muss man also zunächst schwerer erkranken", erklärt Meyer-Hermann. Auf Basis dieser Erkenntnisse suchen die Forscher nun nach Wegen, um über die Zytokine in das Infektionsgeschehen bei Grippe einzugreifen.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Heißes Öl verschmutzt die Raumluft

Öl, das beim Braten aus der Pfanne spritzt, kann nicht nur der Haut schaden.

Weniger Sonne, mehr Rachitis-Patienten?

Ein Mangel an Vitamin D führt zu einer Verformung der Knochen.

Hundebesitzer leben länger

Vor allem die Gesundheit von Singles profitiert, wenn ein Vierbeiner im Haushalt lebt.

Lässt sich Typ-1-Diabetes heilen?

Bei Mäusen ist es bereits möglich, die Zuckerkrankheit rückgängig zu machen.

Wer raucht und trinkt, sieht älter aus

Alkohol und Zigaretten verändern unser Aussehen, wie eine neue Studie zeigt.

Fernsehen erhöht Thrombose-Risiko

Je mehr Zeit wir vor dem Fernseher sitzen, desto höher ist die Gefahr für ein Blutgerinnsel.

Warum Kopfschmerzen so quälend sind

Das Schmerzempfinden hängt auch mit unseren Emotionen zusammen.

Diese Lebensmittel beugen Diabetes vor

Antioxidantien verringern offenbar das Risiko für die Zuckerkrankheit.

Hitzewellen töten auf 27 Arten

Forscher haben analysiert, wie tödlich Hitze für den menschlichen Körper ist.

Wie ein Bakterium zu Magenkrebs führt

Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann weitreichende Folgen haben.

Diabetes: Typ 3c wird oft nicht erkannt

Viele Patienten erhalten fälschlicherweise die Diagnose Typ-2-Diabetes.

Wann wir uns geliebt fühlen

Kleine Gesten sind einer Umfrage zufolge viel wichtiger als große Romantik.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen