Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Frauen: Brustgewebe beherbergt Bakterien

Aktuelles

Frauen, verschieden gekleidete Zwillinge, ca. Mitte 50, bunte Freizeitkleidung, schauen in die Kamera

Frauen ohne und mit Brustkrebs scheinen Unterschiede im Brustgewebe zu haben.
© Andrey_Arkusha - Fotolia

Do. 10. April 2014

Brustgewebe: Spezielle Bakterien bei Brustkrebs

Der menschliche Körper beherbergt eine Vielzahl von Bakterien, nützliche wie schädliche. Dies gilt offenbar auch für das Gewebe der weiblichen Brust, wie Forscher jetzt feststellen konnten. Dabei scheint die Zusammensetzung der Bakterienarten davon abzuhängen, ob die Frauen Brustkrebs haben.

Anzeige

Die Wissenschaftler aus Kanada, Irland und den USA hatten das Brustgewebe von 81 Frauen, von denen 71 einen gutartigen oder bösartigen Tumor hatten, studiert. Das Gewebe von zehn Frauen, die sich einer Operation zur Brustverkleinerung unterzogen hatten, diente den Forschern als Kontrolle. Die Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun in der Fachzeitschrift Applied and Environmental Microbiology.

Der am häufigsten anzutreffende Bakterienstamm, den die Forscher in Brüsten von Frauen mit Brustkrebs fanden, waren sogenannte Proteobakterien. Das hänge vermutlich damit zusammen, dass diese Mikroorganismen in der Lage seien, Fettgewebe zu verstoffwechseln, so die Studienautorin Camilla Urbaniak. Sie und ihr Team fanden darüber hinaus unterschiedliche Untergruppen der Proteobakterien – je nachdem, ob sie Gewebeproben direkt aus dem Tumor oder aus dessen Umgebung untersucht hatten.

Obwohl die Wissenschaftler damit nicht bewiesen haben, dass bestimmte Bakterienarten Brustkrebs verursachen oder andere die Krebsgefahr verringern, eröffnen diese Ergebnisse einen völlig neuen Blick auf die Krankheit. So könnte es sein, dass eine bestimmte Zusammensetzung von Bakterien in der Brust das dortige Krebsrisiko erhöhe, so die Forscher. Oder was, wenn Medikamente wie Antibiotika die Zusammensetzung der Bakterienarten veränderten und damit das Krebsrisiko? Fragen, die in künftigen Forschungsarbeiten zu untersuchen wären.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

DASH-Diät steigert die Lebenserwartung

Die Ernährungsform wurde speziell für Bluthochdruck-Patienten entwickelt.

Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?

Eine aktuelle Studie hat die Erfolgsquote von Dampfern und Nicht-Dampfern verglichen.

HIV: Monatliche Spritze statt Pillen

Eine Injektion könnte die tägliche Tabletteneinnahme ersetzen.

Was das Leben um 7 Jahre verlängert

Eine neue Studie zeigt, was die Lebenserwartung verlängert.

Abnehmen: Auf diese Mahlzeit kommt es an

Wann und wie häufig wir essen, spielt bei einer Diät eine wichtige Rolle.

Impfung gegen Mückenspucke im Test

Die Impfung könnte vor Malaria, Gelbfieber und Zika schützen.

Führen Antibiotika zu Geburtsfehlern?

Einige Wirkstoffe könnten dem ungeborenen Baby schaden.

Aortendissektion wird oft nicht erkannt

Die Symptome ähneln denen eines akuten Herzinfarktes.

Beugen Darm-Viren Typ-1-Diabetes vor?

US-Forscher finden einen Virenstamm, der das Diabetes-Risiko verringert.

Warum bei Diabetes die Zähne leiden

Eine neue Studie zeigt einen bisher unbekannten Zusammenhang.

Versteckte Viren verstärken MS

Herpesviren lösen Multiple Sklerose nicht aus, können aber den Verlauf beeinflussen.

Hände verraten viel über Selbstkontrolle

Wie man sich entscheidet, ist oft schon vorher an den Händen zu erkennen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen