Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Angst und Depression im Vorschulalter

Aktuelles

Kindergartenkind, ca. 5 Jahre alt, Mütze, Anorak, Jeans, einen Teddy im Arm, sitzt traurig auf einer grauen Steintreppe

Ein höheres Risiko für Angst und Depressionen haben solche Kinder, die negative Lebenserfahrungen, wie Misshandlung und Vernachlässigung, schon in der frühen Kindheit erlebten.
© S. Kobold - Fotolia

Sa. 26. April 2014

Angst und Depression im Kindergartenalter nicht selten

Viele Erwachsene sehnen sich danach, wieder Kind zu sein – völlig sorgenfrei schien da das Leben noch. Doch weit gefehlt. Angst und Depression sind bei Kindern im Vorschulalter nicht selten, wie Leipziger Forscher jetzt herausgefunden haben.

In ihrer Studie hatten die Wissenschaftler 1.740 Kinder eines Kindergartenjahrgangs untersucht und festgestellt, dass 12 Prozent von erhöhter Ängstlichkeit und depressiver Verstimmtheit betroffen waren. Symptome können Traurigkeit, Schlafstörungen, Gereiztheit oder Spielhemmung sein. Diese sind aber nicht so augenscheinlich wie bei anderen psychischen Störungen. Wenn ein Fünfjähriger im Kindergarten z. B. wenig Interesse zeigt, sich am Spiel zu beteiligen, wird er zunächst kaum auffallen. "Die Aufmerksamkeit liegt eher auf Hyperaktivität und Aggression", weiß der beteiligte Forscher Professor Kai von Klitzing. "Wenn ein Kind jedoch dauerhaft traurig ist, nicht spielen will oder lustlos in der Ecke sitzt, sollte man genauer hinschauen." Der Grund: Betroffene Kinder hätten nachweislich ein erhöhtes Risiko, im Erwachsenenalter eine Depression zu entwickeln.

Bereits im Kindesalter gegenzusteuern, ist daher nicht nur wichtig, sondern auch von Erfolg gekrönt, wie die Leipziger Wissenschaftler zeigen konnten. In einer von ihnen entwickelten Kurzzeittherapie wurden bei allen von 30 behandelten Kindern zwischen vier und zehn Jahren in Gesprächen und im Spiel die Symptome im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich vermindert. Die Hälfte der Kinder war nach 25 Therapie-Sitzungen sogar völlig störungsfrei. Diese Entwicklung hielt auch über sechs Monate nach Therapieende an.

FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Erhöhtes Cholesterin häufig vererbt

Neue Daten zeigen erstmals, wie viele Menschen davon betroffen sind.

Zu viele leere Kalorien auf dem Teller

Wissenschaftler haben die Ernährung von Kindern und Jugendlichen unter die Lupe genommen.

Viele Schadstoffe in Sushi-Blättern

Der Gehalt an Jod, Cadmium und anderen Schadstoffen war in einigen Proben der Algenblätter sehr hoch.

E-Zigaretten fördern Zahnfleischprobleme

Bestimmte Bestandteile des Dampfs lösen offenbar im Mund eine Entzündungsreaktion aus.

Darmspiegelung: langanhaltend effektiv

Bei negativem Ergebnis sank das Darmkrebsrisiko für weit länger als die bisher angenommenen 10 Jahre.

Manche Menschen werden nicht dick

Einen Grund dafür, glauben Forscher, nun im Erbgut gefunden zu haben.

Klima hat kaum Einfluss auf Covid-19

Experten gehen davon aus, dass das Coronavirus auch im Sommer nicht verschwinden wird.

Wie gesund sind die über 30-Jährigen?

Bei 60 Prozent sind bereits Vorstufen einer Herzschwäche vorhanden, wie eine neue Studie zeigt.

Milchprodukte schützen vor Krankheiten

Besonders deutlich ist der positive Effekt bei Vollmilchprodukten, wie eine neue Studie zeigt.

Bluthochdruck durch Folsäure?

Hochdosierte Präparate können in der Schwangerschaft den Blutdruck erhöhen.

Kompressionsstrümpfe nach Operation?

Medikamente allein könnten einer Thrombose genauso gut vorbeugen.

Weniger Todesfälle dank Mammographie

Die Untersuchung senkt das Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Brustkrebs zu sterben.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen