Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Zyniker haben höheres Demenzrisiko

Aktuelles

Ein älterer Mann mit Brille und zynischem Gesichtsausdruck.

Wer nicht an das Gute im Menschen glaubt und zynisch durchs Leben geht, hat ein erhöhtes Demenzrisiko.
© Kim Schneider - Fotolia

Fr. 30. Mai 2014

Zynisch zu sein erhöht das Demenzrisiko

Zynismus bringt einen zwar nicht früher ins Grab. Er könnte sich aber negativ auf die geistige Gesundheit auswirken. Einer Studie der finnischen Forscherin Anna-Maija Tolppanen und ihren Kollegen zufolge scheint sogenanntes zynisches Misstrauen Demenz zu fördern.

Anzeige

Unter zynischem Misstrauen verstehen sie das fehlende Vertrauen eines Menschen, dass andere es gut mit einem meinen, und die Ansicht, dass andere in erster Linie selbstsüchtig denken und agieren. Frühere Studien hätten schon nachgewiesen, dass eine solche Grundeinstellung mit Gesundheitsproblemen, wie etwa Herzerkrankungen, einhergehe. In der aktuellen Studie fanden die Wissenschaftler nun auch einen Zusammenhang zu Demenz. Studienteilnehmer mit einem hohen Grad an Zynismus hatten ein dreimal höheres Risiko, an Demenz zu erkranken, als Teilnehmer, die eher an das Gute im Menschen glaubten und ihren Mitmenschen mit Optimismus begegneten. Dies berichten die Wissenschaftler online im Fachmagazin Neurology.

Die Forscher hatten mithilfe von Fragebögen bei rund 1.500 Studienteilnehmern den Grad des Zynismus festgesellt. Abgefragt wurde beispielsweise, wie sehr sie mit Aussagen übereinstimmten wie: "Ich glaube, dass die meisten Menschen lügen würden, um vorwärts zu kommen", "Es ist am besten, niemandem zu vertrauen" oder "Die meisten Menschen würden unfair handeln, um einen Profit oder Vorteil zu erlangen, statt ihn zu verlieren". Zudem hatten die Forscher anhand von Demenztests verfolgt, wie viele der Teilnehmer an Demenz erkrankten.

Der Zusammenhang zwischen Zynismus und Demenz blieb auch noch bestehen, nachdem die Forscher andere Faktoren, die das Demenzrisiko erhöhen können, wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte oder Rauchen, mit einbezogen hatten. Dass Zyniker ein erhöhtes Risiko für einen frühen Tod haben, konnten die Forscher indes nicht nachweisen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Krebsrisiko: Wie heiß darf Tee sein?

Zu heißer Tee kann das Risiko für Speisenröhrenkrebs deutlich erhöhen.

Ampelsystem für mehr Nachhaltigkeit

Ein Ampelsystem überzeugt offenbar viele Menschen davon, gesunde und nachhaltige Speisen zu wählen.

Entwarnung für Paracetamol

Eine Studie widerlegt die Annahme, dass Paracetamol in der Schwangerschaft dem Baby schadet.

Alkohol schädigt auch Abstinenzler

Alkoholkonsum birgt Risiken - nicht nur für denjenigen, der selbst trinkt.

Neuer Wirkstoff senkt hohes Cholesterin

Bempedoinsäure könnte Patienten helfen, die keine Statine vertragen.

Psychische Probleme bei Jüngeren steigen

Experten führen das auf die vermehrte Nutzung von digitalen Medien zurück.

Zu viel Hygiene fördert Resistenzen

In sehr sauberen Umgebungen bilden sich resistente Keime eher.

Schwanger: Jede Zigarette ist riskant

Während und kurz vor der Schwangerschaft zu rauchen, erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

Schönheitsoperationen werden beliebter

Vor allem Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen werden immer häufiger durchgeführt.

Neue Therapie bei Darmentzündungen?

Die Behandlung könnte vor allem Personen mit schweren Symptomen helfen.

Tripper: Wenn Antibiotika versagen

In Europa werden häufiger Erreger gefunden, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen.

Mehr Snacks wegen Social Media?

Instagram & Co wirken sich offenbar auf das Essverhalten von Teenagern aus.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen