Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Cannabis-Rauchen verändert Spermien

Aktuelles

Zwei junge Männer im Reggae-Stil, die nebeneinander stehen und Cannabis rauchen.

Junge Männer, die Cannabis rauchen, schaden ihrer Fruchtbarkeit. Forscher raten daher den Cannabis-Konsum einzustellen, wenn der Wunsch nach Kindern besteht.
© Daniel Nimmervoll - Fotolia

Fr. 06. Juni 2014

Cannabis-Rauchen verändert Spermien

Junge Männer, die Cannabis rauchen, könnten damit ungewollt ihrer Fruchtbarkeit schaden. Wie britische Forscher jetzt herausfanden, zählt das Rauchen von Cannabis zu den wenigen Lebensstil-Faktoren, die Größe und Form von Spermien zu beeinträchtigen scheinen.

Anzeige

Die Wissenschaftler aus Sheffield und Manchester hatten untersucht, wie sich der Lebensstil auf das äußere Erscheinungsbild von Spermien auswirkt. Ihr Ergebnis: Bei Spermien-Proben von Männern unter 30, die in den drei Monaten vor dem Test Cannabis geraucht hatten, war es wahrscheinlicher, dass nur weniger als vier Prozent der Spermien normal gebaut waren, als bei Spermien-Proben von anderen Männern. Schlecht für Form und Größe war es auch, wenn die Sperma-Proben im Sommer abgegeben worden waren, wie die Forscher in der medizinischen Fachzeitschrift Human Reproduction berichten. So war die Wahrscheinlichkeit, dass sehr viele Spermien abnormal gebaut waren, bei Proben aus den Monaten Juni, Juli und August doppelt so hoch. Positiv wirkte sich dagegen aus, wenn Männer zuvor mehr als sechs Tage enthaltsam gewesen waren und keinen Sex gehabt hatten.

Frühere Studien deuteten bereits darauf hin, dass beim natürlichen Gang der Dinge nur Spermien mit einer guten Größe und Form in der Lage sind, im weiblichen Körper den Weg zur Eizelle zurückzulegen und diese zu befruchten. In Laborversuchen waren Spermien, die schlechter gebaut waren, zudem weniger gute Schwimmer. Vermutlich weil sie aufgrund ihrer äußeren Form weniger effektiv sind. Cannabis-Rauchern mit Kinderwunsch raten die Forscher daher, den Cannabis-Konsum einzustellen.

Andere Gewohnheiten, wie Zigaretten-Rauchen oder Alkohol-Trinken, hatten den Forschern zufolge kaum einen Einfluss auf die äußere Gestalt der Spermien. Dies bedeute jedoch nicht, dass diese sich nicht vielleicht in anderer Weise auf die Spermien auswirken könnten, zum Beispiel auf die Qualität der Erbsubstanz.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Rauchen: Folgen werden unterschätzt

Raucher sehen die negativen Auswirkungen oft weniger kritisch als Nichtraucher.

Medikamente gegen Dauermigräne im Test

Neue Antikörper-Wirkstoffe könnten künftig die Migränetherapie ergänzen.

Schlafen reinigt das Hirn

Im Tiefschlaf werden schädliche Stoffwechselprodukte aus dem Gehirn entfernt.

Innovativ gegen Demenz und Krebs

Die Forschung testet ungewöhnliche Wege, um Medikamente ins Hirn einzuschleusen.

Heuschnupfen: jetzt noch vorbeugen

Mit einer sogenannten Hyposensibilisierung kann man im Winter starten.

Schadet Paracetamol dem Ungeborenen?

Das Schmerzmittel könnte die Sprachentwicklung bei Mädchen stören.

Diese Übungen stärken das Herz

Mit diesem Trainingsprogramm lässt sich einer Herzschwäche vorbeugen.

Mandel-OP: Ingwer lindert Schmerzen

Die Knolle beschleunigt zudem die Wundheilung, wie eine neue Studie zeigt.

Wiederholtes Impfen gegen schwere Grippe

Vor allem Senioren profitieren, wenn sie sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Ballaststoffe: Mit Müsli gegen Arthritis?

Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt offenbar Gelenkerkrankungen vor.

Angststörungen durch zu wenig Schlaf?

Schlafmangel und psychische Probleme stehen laut US-Forschern in Zusammenhang.

Erhöht Kuhmilch das Diabetes-Risiko?

Eine Studie hat untersucht, ob veränderte Babynahrung hier gegensteuern kann.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen