Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Krebstherapie besser bei weniger Kilos

Aktuelles

Frontalfoto lächelnde, braunhaarige Frau um die 40, etwas vollschlank, in lila Bluse mit kurzen Ärmeln

Bei Brustkrebspatientinnen unterstützt Normalgewicht die Behandlung.
© Sylvie Bouchard - Fotolia

Mo. 16. Juni 2014

Weniger Kilos machen Krebsbehandlung erfolgreicher

Rauchen gilt als wichtige Ursache für viele Krebsarten. Doch das Übergewicht scheint auf diesem unrühmlichen Gebiet aufzuholen. Darüber diskutierten jetzt hochrangige Krebsexperten auf dem diesjährigen amerikanischen Krebskongress in Chicago.

Anzeige

Der Präsident des Kongresses Professor Dr. Clifford Hudis formulierte es drastisch. "Übergewicht ist dabei, das Rauchen als vermeidbare Krebsursache Nummer eins abzulösen." Dies gilt nicht nur für Lungen- oder Kehlkopfkrebs, sondern auch für Brustkrebs. Die gute Nachricht: Wer bereits einige Kilos abnimmt, erkrankt nicht nur seltener an einem bösartigen Tumor. Auch eine Therapie verläuft erfolgreicher.

Dies bestätigt eine große Studie der britischen Universität Oxford. Sie hat die Krankendaten von 80.000 Frauen unter die Lupe genommen, die an Brustkrebs erkrankt waren. Die Ergebnisse sind eindeutig. Zehn Jahre nach Ausbruch der Erkrankung starben rund 16 Prozent der normalgewichtigen Frauen. Bei den Übergewichtigen waren es mehr als 21 Prozent.

Allerdings findet sich dieser Effekt vor allem, wenn die Erkrankung vor den Wechseljahren aufgetreten ist. "Junge Patientinnen profitieren daher am meisten, wenn sie abnehmen", so Professor Dr. Wolfgang Janni, Krebsexperte der Universitätsfrauenklinik. Er rät nicht nur, die Ernährung umzustellen. "Ich empfehle zudem, moderat Sport zu treiben. Am besten zwei bis drei Stunden in der Woche."

Warum Übergewicht Brustkrebs, aber auch andere Tumore fördert, darüber diskutieren die Wissenschaftler noch. Sie vermuten mehrere Wege. So führen zu viele Kilos dazu, dass der Körper mehr Östrogen produziert. Dieses Hormon kann das Tumorwachstum begünstigen. Zudem stört Übergewicht den Insulinstoffwechsel, was ebenfalls Krebs begünstigen könnte. Experten wollen deswegen künftig auch Anti-Diabetes-Mittel einsetzen, um Brustkrebs zu behandeln.

PEF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Lässt sich Typ-1-Diabetes heilen?

Bei Mäusen ist es bereits möglich, die Zuckerkrankheit rückgängig zu machen.

Wer raucht und trinkt, sieht älter aus

Alkohol und Zigaretten verändern unser Aussehen, wie eine neue Studie zeigt.

Fernsehen erhöht Thrombose-Risiko

Je mehr Zeit wir vor dem Fernseher sitzen, desto höher ist die Gefahr für ein Blutgerinnsel.

Warum Kopfschmerzen so quälend sind

Das Schmerzempfinden hängt auch mit unseren Emotionen zusammen.

Diese Lebensmittel beugen Diabetes vor

Antioxidantien verringern offenbar das Risiko für die Zuckerkrankheit.

Hitzewellen töten auf 27 Arten

Forscher haben analysiert, wie tödlich Hitze für den menschlichen Körper ist.

Wie ein Bakterium zu Magenkrebs führt

Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann weitreichende Folgen haben.

Diabetes: Typ 3c wird oft nicht erkannt

Viele Patienten erhalten fälschlicherweise die Diagnose Typ-2-Diabetes.

Wann wir uns geliebt fühlen

Kleine Gesten sind einer Umfrage zufolge viel wichtiger als große Romantik.

Smartphone raubt Kindern den Schlaf

Junge Menschen reagieren besonders sensibel auf elektronische Geräte.

Blutdrucksenker lässt Wunden heilen

Der bekannte Wirkstoff Valsartan hat offenbar ein ungeahntes Potenzial.

Nährstoff-Mix bremst Alzheimer-Krankheit

Ein Trinkjoghurt könnte helfen, die Krankheit im Frühstadium aufzuhalten.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen