Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Stress beeinträchtigt das Gedächtnis

Aktuelles

Aktive Senioren sitzen an einem Tisch und spielen ein Gesellschaftsspiel

Spielt im Alter das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr so mit wie gewünscht, könnte dies an zu hohen Stresshormonpegeln liegen.
© Robert Kneschke - Fotolia

Mi. 18. Juni 2014

Stresshormone beeinträchtigen das Kurzzeitgedächtnis

Ein höherer Pegel an Stresshormonen könnte dazu beitragen, dass sich das Kurzzeitgedächtnis im Alter verschlechtert. Auf diese Verbindung stießen US-Forscher durch Versuche mit Ratten. Auf Menschen übertragen würde sich ein hoher Cortisol-Spiegel demnach ab ungefähr 65 Lebensjahren bemerkbar machen.

Anzeige

Die Psychologen von der Universität Iowa hatten anhand von Laborratten untersucht, wie gut sich die Nager den Weg durch ein Labyrinth merken konnten, um an eine Belohnung zu gelangen. Während die Merkfähigkeit jüngerer Ratten von Stresshormonen nicht beeinflusst wurde, schnitten ältere Ratten mit einem erhöhten Pegel an Stresshormonen bei dem Versuch durchweg am schlechtesten ab, berichten die Forscher im Fachblatt Journal of Neuroscience. Die älteren Nager mit hohen Stresshormonspiegeln schlugen nur zu 58 Prozent der Zeit die richtige Richtung ein, im Gegensatz zu älteren Ratten mit normalen Stresshormonmengen, die sich zu 80 Prozent der Zeit richtig entschieden.

Dies scheine unter anderem daran zu liegen, dass höhere Mengen des Stresshormons Cortisol beziehungsweise des entsprechenden Pendants bei Ratten mit einem langsamen Rückgang von Synapsen im sogenannten präfrontalen Cortex einhergehen. Dabei handelt es sich um eine Hirnregion, die für das Kurzzeitgedächtnis zuständig ist. Synapsen wiederum werden die Verbindungen von Nerven genannt. Sie helfen dabei, Informationen zu verarbeiten, zu speichern und wieder abzurufen. Die Analyse von Gewebeproben zeigte, dass Ratten, die beim Labyrinth-Versuch schlecht abgeschnitten hatten, kleinere und außerdem 20 Prozent weniger Synapsen im präfrontalen Cortex hatten als alle anderen Gruppen. Die Forscher folgern daraus, dass dauerhaft hohe Mengen an Cortisol auch beim Menschen mit fortschreitendem Altern dazu beitragen können, dass Synapsen schrumpfen oder sogar ganz verschwinden.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Möglicher Parkinson-Auslöser entdeckt

Die Energieversorgung der Hirnzellen könnte eine wichtige Rolle spielen.

Immuntherapie bei Lungenkrebs

Ein Experte klärt über die Chancen und Grenzen der neuen Krebstherapie auf.

Statine schützen vor Thrombose

Die Cholesterinsenker zeigen interessante "Nebenwirkungen".

Stress im Job erhöht Krebsrisiko

Auswirkungen zeigen sich jedoch erst nach einer bestimmten Zahl von Jahren.

Interessante Theorie zur Arteriosklerose

Deutscher Herzchirurg stellt die bisherige Lehrmeinung infrage.

Feinstaub kann Viren wecken

Nanopartikel aus Abgasen reaktivieren Krankheitserreger im Lungengewebe.

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen