Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Schlaganfall oft nach Vorhofflimmern

Aktuelles

Arzt horcht das Herz eines älteren Patienten im Krankenhaus mit einem Stethoskop ab

Schlägt das Herz gleichmäßig? Auch Herzrhythmusstörungen können einen Schlaganfall auslösen.
© iceteastock - Fotolia

Sa. 28. Juni 2014

Rhythmusstörung: Schlaganfall oft nach Vorhofflimmern

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 220.000 Menschen einen Schlaganfall, in bis zu 30 Prozent der Fälle kann die Ursache nicht gefunden werden. Ein Forscherteam aus Deutschland und den USA ist einer möglichen Ursache auf der Spur. Viele Betroffene haben offenbar ein vorübergehendes Vorhofflimmern.

Anzeige

Wie die langfristige Überwachung von Patienten nach einem Schlaganfall ergab, tritt diese Art der Herzrhythmusstörung anscheinend bei vielen Schlaganfallpatienten auf. Mithilfe neuartiger implantierter Sensoren wurden 221 Personen mit Schlaganfall ungeklärter Ursache über einen Zeitraum von vier Jahren überwacht. Bereits im ersten Jahr der Untersuchung trat bei zehn Prozent der Patienten vorübergehendes Vorhofflimmern auf. Nach vier Jahren ließ es sich bei 40 Prozent der untersuchten Patienten nachweisen, wie das Team aus Neurologen und Kardiologen in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichtet. Die neuen Erkenntnisse stärken nun die Vermutung, dass den meisten dieser Schlaganfälle Blutgerinnsel zugrunde liegen könnte.

Bislang gingen Experten davon aus, dass Patienten mit Vorhofflimmern ein fünffach erhöhtes Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Seit einiger Zeit wurde jedoch schon vermutet, dass weitaus mehr Schlaganfallpatienten unter einem vorübergehenden Vorhofflimmern leiden. Viele Patienten verspüren jedoch keine offensichtlichen Symptome wie Herzstolpern oder Druckgefühl auf der Brust, das Vorhofflimmern bleibt deshalb unbemerkt. Die Entdeckung, dass dem Vorhofflimmern eine so große Bedeutung zukomme, habe unmittelbare Konsequenzen für die Vorbeugung von Schlaganfällen, betont Professor Dr. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen. Denn bei betroffenen Patienten wirken Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, sogenannte Antikoagulanzien, viel besser als Arzneistoffe, die lediglich die Verklumpung der Blutplättchen unterdrücken.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Bluthochdruck: Keine Frage des Alters?

Der Lebensstil hat offenbar einen viel größeren Einfluss auf den Blutdruck.

Heißes Bad: Gleicher Effekt wie Sport?

Baden verbessert offenbar die Entzündungswerte und den Stoffwechsel.

Sind Blüten im Essen unbedenklich?

Einige Wildblüten enthalten Stoffe, die der Gesundheit schaden können.

Neue Therapie für Restless Legs?

Die Behandlung des Restless Legs Syndroms könnte künftig zielgenauer und besser werden.

Blutfette auch bei Kindern kontrollieren

Zu hohe Cholesterinwerte sind bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit mehr.

Frühstücken schützt vor Diabetes

Wer häufig das Frühstück auslässt, erkrankt eher an Typ-2-Diabetes.

Krankes Herz durch schlechte Zähne

Dieser Zusammenhang hat sich bereits in vielen Studien gezeigt.

Sind Impfungen schuld an Allergien?

Forscher haben diese verbreitete Annahme näher untersucht.

Mehr Tote durch resistente Bakterien

Auch in Deutschland sterben immer mehr Menschen an Antibiotika-resistenten Keimen.

Toxoplasmose ändert Hirnstoffwechsel

Das könnte zu Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie führen.

Tennisarm: Beste Therapie ist Geduld

Forscher haben 11 Behandlungsmöglichkeiten miteinander verglichen.

Inkontinenz: Für viele Frauen ein Tabu

Fast jede zweite Frau über 50 leidet darunter, die wenigsten suchen sich jedoch Hilfe.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen