Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Malaria verändert den Körpergeruch

Aktuelles

Malariamücke auf Körperteil

Wer Malaria hat, verändert seinen Körpergeruch. Zumindest zeigen dies Experimente an Mäusen.
© pp77 - Fotolia

Di. 01. Juli 2014

Mücken-Lockstoff: Malaria manipuliert Körpergeruch

Sind Mäuse mit dem Malariaerreger infiziert, verändert sich ihr Körpergeruch – wodurch sie auf Mücken ausgesprochen anziehend wirken. Dies haben Forscher der ETH Zürich, Schweiz, und der Pennsylvania State University, USA, in einer neuen Studie herausgefunden.

Anzeige

Die Malariaerreger, einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium, produzieren bei Versuchsmäusen Duftkomponenten, die auf hungrige Mücken anziehend wirken. Das berichten die Forscher in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PNAS. Sie vermuten, dass ähnliche Dufteffekte auch bei Menschen wirken. Für den Malariaerreger wäre das von Vorteil, denn nur wenn er über das Blut einer infizierten Person wieder zurück in eine Mücke gelangt, kann ein neuer Entwicklungszyklus beginnen. Wenn Mücken also Malaria-Infizierte attraktiver finden, verbessern sich die Chancen für den Parasit.

Was die Forscher am meisten überraschte, war die Tatsache, dass die Malariainfektion den Körpergeruch der Mäuse während des gesamten Lebens prägte. Selbst wenn infizierte Mäuse keine Symptome mehr hatten, zeigte ihre persönliche Duftnote an, dass sie den Erreger in sich trugen. Allerdings rochen nicht alle Krankheitsstadien gleich. So unterschied sich das Duftstoffprofil von akut Erkrankten von dem, das die Tiere in späteren Phasen der Krankheit aufwiesen. Sollten sich ihre Ergebnisse für Menschen bestätigen, könnte die Dufterkennung ein neues Diagnoseinstrument werden, um Malariainfektionen aufzuspüren, so die Hoffnung der Wissenschaftler. Insbesondere könnten damit Personen entdeckt werden, die zwar keine Symptome mehr zeigen, die aber weiterhin als Reservoir und Überträger des Erregers auf die Mücke dienen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Mehr Schlaganfälle durch Cannabis?

Das gilt vor allem, wenn Cannabis in großen Mengen konsumiert wird.

Lebensmittel besser kennzeichnen?

Viele Menschen können mit den Kalorien- oder Nährwertangaben nicht viel anfangen.

Unser Körper altert in drei Phasen

Mit 34, 60 und 78 Jahren geschehen die größten Veränderungen.

Essen im Takt der biologischen Uhr

Die Mahlzeiten an die Tageszeit anzupassen, bringt vor allem für Diabetiker Vorteile.

Hohes Cholesterin ist riskant für Jüngere

Für Menschen unter 45 Jahren bedeutet ein hoher Cholesterinspiegel ein besonderes Risiko.

OP-Infektionen mit Honig verhindern?

Manuka-Honig aus Neuseeland ist in der Lage, das Wachstum von Bakterien zu hemmen.

Neuropathie frühzeitig am Auge erkennen

Die Krankheit macht sich oft erst bemerkbar, wenn sie schon fortgeschritten ist.

Politik kann Todesfälle durch Krebs senken

Strategien wie Werbeverbote für Zigaretten zeigen offenbar Wirkung.

Säureblocker nicht zu häufig einnehmen

Medikamente gegen Sodbrennen erhöhen das Risiko für Magen-Darm-Infekte deutlich.

Wie sich Bakterien im Haushalt verbreiten

Forscher haben multiresistente Keime in verschiedenen Haushalten verfolgt.

Glaukom: Schadet Feinstaub den Augen?

Luftverschmutzung erhöht offenbar das Risiko für ein Glaukom.

Viele Jugendliche bewegen sich zu wenig

Die wenigsten Teenager schaffen es, sich eine Stunde pro Tag zu bewegen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen