Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Gezielte Bestrahlung zerstört Metastasen

Aktuelles

Ärztin um die 60 im ernsten Gespräch mit Patientin (Rückenansicht)

Bilden sich nur an bestimmten Orten vereinzelte Metastasen? Dann können Krebspatienten von einer gezielten Strahlentherapie profitieren.
© Photographee.eu - Fotolia

Do. 03. Juli 2014

Krebs: Punktgenauer Beschuss kann Metastasen zerstören

Wurden Tochtergeschwülste von Tumoren, sogenannte Metastasen, in der Vergangenheit nur bestrahlt, um Schmerzen oder andere Symptome zu lindern, ist es Ärzten heute dank modernster Technik möglich, Metastasen punktgenau unter Beschuss zu nehmen. Wie, berichten Experten der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).

Anzeige

"Moderne Bestrahlungsgeräte richten die Strahlen von mehreren Seiten auf ihr Ziel und zerstören wie ein Brennglas den Tumor, während das umgebende Gewebe geschont wird", erläutert Professor Dr. med. Wilfried Budach vom Universitätsklinikum Düsseldorf. Dieses Verfahren ermögliche punktgenaue Eingriffe, die Metastasen auch dort beseitigen, wo eine chirurgische Operation zu riskant wäre. Es werde längst nicht mehr nur bei Hirnmetastasen eingesetzt, ergänzt Professor Dr. med. Stephanie E. Combs vom Klinikum rechts der Isar in München. Auch Metastasen im Rumpfbereich, etwa in der Lunge, könnten auf diese Weise unblutig entfernt werden.

Verbessert wird die Behandlung zudem durch immer neue Erkenntnisse über Krebserkrankungen. Zum Beispiel dass Metastasen nicht gleich Metastasen sind. "Bei einigen Tumorarten schreitet die Metastasierung sehr rasch voran und es kommen immer wieder neue Areale hinzu", sagt Combs. Bei diesen Tumoren habe der Patient nicht immer Vorteile von der High-Tech-Strahlentherapie. Es gebe aber auch Tumore, die sich langsamer ausbreiten und nur an bestimmten Orten vereinzelte Metastasen bilden. "Genau diese Patienten profitieren von einer gezielten Strahlentherapie", erklärt die Expertin. "Bei einer begrenzten Anzahl von Metastasen kann die Strahlentherapie durchaus zu einem Langzeitüberleben führen", so Combs. Allerdings nur, wenn die Voraussetzungen stimmen.

DEGRO/HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Immuntherapie bei Lungenkrebs

Ein Experte klärt über die Chancen und Grenzen der neuen Krebstherapie auf.

Statine schützen vor Thrombose

Die Cholesterinsenker zeigen interessante "Nebenwirkungen".

Stress im Job erhöht Krebsrisiko

Auswirkungen zeigen sich jedoch erst nach einer bestimmten Zahl von Jahren.

Interessante Theorie zur Arteriosklerose

Deutscher Herzchirurg stellt die bisherige Lehrmeinung infrage.

Feinstaub kann Viren wecken

Nanopartikel aus Abgasen reaktivieren Krankheitserreger im Lungengewebe.

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen