Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Neutrales Geräusch lindert Schmerzen

Aktuelles

Frau, die den schmerzenden Kopf mit den Händen stützt.

Man kann sich antrainieren, das Schmerzempfinden durch neutrale Geräusche zu mindern.
© Alliance - Fotolia

Sa. 12. Juli 2014

Neutrales Geräusch lindert Schmerzen

Forscher der Universität Luxemburg haben in einer Studie gezeigt, dass der Mensch trainiert werden kann, weniger Schmerz zu empfinden, wenn er ein neutrales Geräusch hört. Dieser Lernprozess nutzt das sogenannte "Schmerz blockiert Schmerz"-Phänomen, bei dem ein bereits bestehender Schmerz durch Zufügen eines neuen Schmerzes verringert wird.

Anzeige

In einer Studie wurden den 32 Teilnehmern am Fuß schmerzhafte elektrische Pulse verabreicht und die Stärke des entsprechenden Schmerzes gemessen. Danach sollten sie die Hand in einen Eimer mit Eiswasser halten – sozusagen als "Gegenschmerz", der den ersten auslöscht. In dem Moment, in dem die Versuchsteilnehmer dies taten, ertönte über Kopfhörer das Klingeln eines Telefons. Nachdem dieser Vorgang mehrere Male wiederholt worden war, beobachteten die Forscher, dass der von dem leichten Stromschlag verursachte Schmerz auch dann reduziert wurde, wenn nur das Klingeln ertönte. Das Klingeln löste in dem Fall die Schmerzblockade aus.

Die Testpersonen fühlten nicht nur deutlich weniger Schmerz, die Studienleiter beobachteten bei ihnen auch weniger Muskelaktivität, Stirnrunzeln und sonstige Anzeichen für Schmerz. "Wir haben gezeigt, dass die Möglichkeit besteht, Schmerz bei Menschen auszublenden, ähnlich dem Effekt der pawlowschen Hunde", so Fernand Anton, Professor für biologische Psychologie an der Universität Luxemburg. Über die Schmerzblockade helfe das Nervensystem dem Körper, sich vor einer relevanteren neuen Gefahr zu schützen, schreiben die Wissenschaftler im Online-Fachblatt PLOS One.

JW

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

7 Punkte senken den Blutdruck

Wer sie im mittleren Alter beherzigt, hat später ein deutlich niedrigeres Risiko für Bluthochdruck.

Wie ähnlich sind sich Depression und Angst?

Immunsystem und Fettstoffwechsel der Patienten zeigen deutliche Unterschiede.

Weniger Kalorien, längeres Leben

Wie die Ernährung und die Körpertemperatur die Lebensdauer beeinflussen.

Achtsames Atmen gegen Bluthochdruck

Langsames und bewusstes Atmen mildert Stress und könnte auch den Blutdruck senken.

Sprachtherapie nach Schlaganfall

Eine neue Studie zeigt, dass eine kurze und intensive Therapie nicht unbedingt die beste ist.

Schadet Bluthochdruck dem Gehirn?

Hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte könnten die Denkgeschwindigkeit verlangsamen.

Männer sind häufiger nachtaktiv

Männer und Frauen haben oft einen unterschiedlichen Tagesrhythmus.

Erkältung schützt vor der Grippe

Eine Erkältung bereitet das Immunsystem auch auf andere Viren vor.

Auch wenig Alkohol macht dick

Schon ein Glas Wein oder Bier pro Tag steht mit überflüssigen Kilos in Zusammenhang.

Erhöht Haarefärben das Krebsrisiko?

Forscher haben Frauen, die sich ihre Haare selbst zu Hause färben, über 30 Jahre lang beobachtet.

Fast Food lässt uns schneller altern

Stark verarbeitete Lebensmittel haben einen negativen Effekt auf unser biologisches Alter.

E-Zigaretten schaden der Mundgesundheit

Der Dampf der E-Zigaretten sorgt für Entzündungen im Mundraum.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen