Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Weniger Schmerz – seltener Depressionen

Aktuelles

Frisch gebackene Mutter hält ihr Neugeborenes vor sich in Augenhöhe

Ungetrübte Freude über den Nachwuchs fällt leichter, wenn die Entbindung weniger schmerzhaft verlief.
© Andrey Bandurenko - Fotolia

Mi. 23. Juli 2014

Geburt: Weniger Schmerz – seltener Depressionen

Eine normale Geburt ganz ohne Schmerzen gibt es nicht – aber zumindest Wege, die eine gewisse Linderung versprechen, darunter Akupunktur, Schmerzmittel und nicht zuletzt die Periduralanästhesie (PDA). Warum Schmerzkontrolle auch für die Zeit nach der Geburt noch sinnvoll ist, erläutert die US-amerikanische Psychiaterin Dr. Katherine Wisner.

Anzeige

In einem Artikel der Fachzeitschrift Anesthesia & Analegsia schreibt Wisner, dass Schmerzkontrolle während und nach der Geburt die Gefahr für eine Wochenbettdepression verringern kann. Sie stützt sich dabei auf eine chinesische Studie. In dieser konnten Wissenschaftler zeigen, dass Gebärende, deren Schmerzen im Verlauf der Geburt mit einer PDA gelindert wurden, anschließend weniger Gefahr liefen, in eine Wochenbettdepression zu verfallen, als Frauen ohne PDA. Von den Frauen, die eine PDA erhalten hatten, litten sechs Wochen nach der Geburt 14 Prozent an einer Depression. Bei Frauen ohne Schmerzlinderung waren es 35 Prozent.

"Der Zusammenhang zwischen akuten und chronischen Schmerzen und Depressionen ist bekannt", sagt Wisner. Es sei daher eine große Unterlassung, dass der Zusammenhang zwischen Wehen- und Geburtsschmerzen und Wochenbettdepressionen bislang in der Forschung so gut wie nicht betrachtet worden ist. Die Zahl der Frauen, die nach der Geburt unter starken akuten Schmerzen leiden, liegen Wisner zufolge immerhin bei ungefähr 11 Prozent. Und auch chronische Schmerzen treten immer wieder auf. Weitere Studien seien jetzt nötig, um die Ergebnisse der chinesischen Arbeit zu bestätigen, betont die Psychiaterin, insbesondere mit Frauen, die ein höheres Risiko für Wochenbettdepressionen haben und Frauen aus einem anderen Kulturkreis. Katherine Wisner ist an der Northwestern University in Chicago sowohl als Professorin für Psychiatrie und Verhaltensforschung als auch für Gynäkologie und Geburtshilfe tätig.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tattoo-Farbe wirkt wie Nanopartikel

Kleinste Farbteilchen können bis in die Lymphknoten wandern - mit unklarem Effekt.

Hepatitis: Jährlich 1,34 Millionen Tote

Damit ist Hepatitis tödlicher als HIV, Malaria und Tuberkulose.

Gibt es "gesundes Übergewicht"?

Übergewicht schadet der Gesundheit - auch, wenn der Stoffwechsel noch gesund ist.

Das Geheimnis, erfolgreich zu sein

Britische Forscher haben die Zutaten für eine gute persönliche Entwicklung ermittelt.

Neuer Hefepilz breitet sich aus

Vor allem für Schwerkranke kann eine Infektion mit Candida auris gefährlich werden.

Test für chronische Bronchitis rückt näher

Einen Hinweis liefert die Zusammensetzung des abgehusteten Schleims.

Größe beeinflusst Thrombose-Risiko

Mit zunehmender Körpergröße steigt die Gefahr für Blutgerinnsel in den Venen.

Prostatakrebs mit PSA-Test erkennen?

Eine neue Analyse zeigt, dass der Test viele Todesfälle vermeiden könnte.

Glaukom: Implantate gegen Erblindung

Grüner Star kann seit kurzem mit einer minimal-invasive Operation behandelt werden.

Immunsystem ändert sich bei Schwangeren

Eine neue Studie zeigt: Die Veränderungen lassen sich präzise vorhersagen.

Entsteht Hautkrebs aus Muttermalen?

Das ist nicht die Regel. Viel häufiger zeigen sich Melanome als neue Flecken auf der Haut.

Ibuprofen nicht so sicher wie gedacht

Das Schmerzmittel erhöht den Blutdruck bei Arthrose-Patienten deutlich.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen