Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Bluttest für Krebs in greifbarer Nähe

Aktuelles

Blau behandschuhte Hand hält mit Blut gefülltes Röhrchen

Britische Wissenschaftler haben eine Art Universal-Bluttest für Krebs entwickelt.
© Alexander Raths - Fotolia

Mi. 30. Juli 2014

Universal-Bluttest für Krebs in greifbarer Nähe

Ob eine Krebserkrankung vorliegt, kann oft erst nach einer Gewebeentnahme gesagt werden. In Zukunft könnte eine solche Aussage leichter zu treffen sein, denn britische Wissenschaftler haben eine Art Universal-Bluttest entwickelt. Mit dessen Hilfe lässt sich schnell bestimmen, ob jemand an Krebs erkrankt ist oder nicht.

Anzeige

Der Test, den die Wissenschaftler auf Englisch Lymphocyte Genome Sensitivity (LSG)-Test nennen, konzentriert sich auf eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, die fachsprachlich Lymphozyten genannt werden. "Weiße Blutkörperchen sind Teil der natürlichen Körperabwehr", sagt Professorin Diana Anderson von der Universität Bradford. Wenn diese Zellen Krebs oder andere Krankheiten bekämpfen müssten, gerieten sie unter Stress, so die Leiterin der Forschungsarbeit. "Ich habe mich gefragt, ob irgendetwas messbar ist, wenn diese Zellen durch UV-Licht noch weiterem Stress ausgesetzt werden", sagt Anderson. Die Wissenschaftlerin fand gemeinsam mit Kollegen heraus, dass das Erbgut dieser Zellen bei Menschen mit Krebs leichter von UV-Licht beschädigt wird als das von Gesunden und dass diese Schäden tatsächlich messbar sind.

Die Forscher hatten Blutproben von gut 200 Personen anonym getestet. Anhand der Erbgut-Schäden, die mithilfe des Tests gemessen wurden, zeigte sich, dass sich durch den Test mit hoher Genauigkeit feststellen ließ, welche Personen gesund waren, welche einen Tumor hatten oder bei wem Krebsvorstufen vorhanden waren. Dies galt sowohl für schwarzen Hautkrebs als auch für Darm- und Lungenkrebs, schreiben die Forscher online im Fachmagazin FASEB Journal. Sollte sich der LSG-Test in künftigen Studien weiter bewähren, könnte dies die Diagnose von Krebskrankheiten revolutionieren. Mit einem einfachen Bluttest wären Ärzte dann in der Lage, Krebserkrankungen bei Patienten, die mit bestimmten Symptomen in die Praxis kommen, schnell auszuschließen, so die Forscher. Außerdem könnte es so möglich werden, Tumore, die derzeit schwer zu diagnostizieren sind, aufzuspüren.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Italien erlässt Gesetz zur Impfpflicht

Kinder sollen obligatorisch gegen 12 Infektionskrankheiten geimpft werden.

Schwanger dank Röntgenuntersuchung?

Eine spezielle Untersuchung könnte Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen.

Täglich ein Wasser statt Limo hält schlank

Damit lässt sich das Risiko für Übergewicht deutlich reduzieren.

Jeden Tag sterben 3000 Jugendliche

Verkehrsunfall, Selbstmord, Gewalt: Die Ursachen sind sehr oft vermeidbar.

Verhütung mit pflanzlichen Stoffen?

Eine Kombination aus zwei Wirkstoffen ist in der Lage, Spermien auszubremsen.

Europa: Wer trinkt am meisten Alkohol?

Forscher haben eine Übersichtsstudie zum Alkoholkonsum erstellt.

Zink-Tabletten verkürzen Erkältung

Dazu muss das Spurenelement bei den ersten Krankheitszeichen eingenommen werden.

Arthroskopie: Tabu bei Knieproblemen?

Die Operation bringt offenbar keinen Nutzen, hat dafür aber Risiken.

Blutdruck-Werte in Deutschland gesunken

Zwischen Männern und Frauen bestehen jedoch deutliche Unterschiede.

Neue Strategie gegen Haarausfall?

Forscher haben Mechanismen identifiziert, die zum Ergrauen und dem Ausfall der Haare führen.

Vertrauen zum Arzt mindert Schmerzen

Je mehr wir mit einem Arzt gemeinsam haben, desto besser fühlen wir uns behandelt.

Herzschwäche gefährlicher als Krebs?

Forscher warnen davor, die Krankheit zu unterschätzen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen