Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Neue Tablettenform gefährdet Behandlung

Aktuelles

Auswahl bunter Tabletten und Kapseln

Welche Form und Farbe die Tabletten haben, ist vielen Patienten nicht gleichgültig.
© mady70 - Fotolia

Sa. 02. August 2014

Therapietreue: Ungewohnte Tabletten gefährden die Behandlung

Viele Patienten orientieren sich an Farbe und Form ihrer Tabletten. Ändert sich eines davon, kann das dazu führen, dass ein Medikament nicht mehr eingenommen wird, obwohl der Inhaltsstoff nach wie vor derselbe ist. Das haben US-Forscher in einer großen Studie mit Herzinfarkt-Patienten ermittelt.

Anzeige

Bei 30 Prozent der Patienten, die ihre Medikamente nicht mehr einnahmen, hatte sich vorher die Tablettenform oder -farbe geändert, wie die Forscher feststellten. Das Risiko eines Therapieabbruchs war besonders hoch, wenn sich die Tablettenform geändert hatte. Zwei Drittel der Fälle entfielen darauf. Ein Drittel ging auf das Konto einer veränderten Farbe der Tabletten, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine. Diese Ergebnisse sind auch für Deutschland relevant. Denn durch die Vorgaben der Rabattverträge kommt es häufiger dazu, dass Kassenpatienten sich an neue Präparate gewöhnen müssen, die sich im Aussehen von den ihnen bekannten unterscheiden. Der Studie zufolge stellt das ein erhebliches Risiko für die Therapietreue und damit den Behandlungserfolg dar.

An der Studie des US-amerikanischen Forschers Dr. Kesselheim und seiner Kollegen vom Brigham and Women's Hospital und der Harvard Medical School, Boston, hatten über 11.000 Herzinfarkt-Patienten teilgenommen. Diese hatten nach ihrer Krankenhausentlassung zwischen 2006 und 2011 Herz-Kreislauf-Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer, Sartane oder Statine erhalten. Die Wissenschaftler hatten anschließend untersucht, wie regelmäßig die Patienten ihre Arzneimittel eingenommen hatten und ob und wie oft Tablettenform und -farbe im Jahr nach der Krankenhausentlassung gewechselt hatten. Eine Studie mit Epilepsie-Medikamenten im Jahr 2012 (aponet.de berichtete) hatte bereits ein ähnliches Ergebnis ergeben.

JW

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Pille beeinflusst Lust auf Sex

Gewisse Hormonzusammensetzungen wirken sich auf das sexuelle Verlangen aus.

Optimistische Frauen leben länger

Eine positive Einstellung macht das Leben nicht nur leichter, sondern auch länger.

Alter beeinflusst Nährstoffe im Blut

Nicht nur die Ernährung beeinflusst, wie gut wir mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt sind.

Blutdruck-Messung beim Arzt oft verzerrt

Offenbar werden zu hohe Werte in der Arztpraxis nicht immer erkannt.

Diese 3 Sportarten verlängern das Leben

Einige Sportarten wirken sich positiver auf die Gesundheit aus als andere.

ASS: Risiken werden überschätzt

Der schützende Effekt des Wirkstoffs auf Krebs und Herzkrankheiten überwiegt.

Zu viel giftiges Blei in Modeschmuck

Verbraucherschützer haben Modeschmuck, Lebensmittel und Waschmittel unter die Lupe genommen.

Cannabis verringert die Hirndurchblutung

Forscher warnen, dass dies die Gefahr für Alzheimer erhöhen könnte.

Lebenserwartung bei Krebs ist gestiegen

Trotzdem ist Krebs nach wie vor die zweithäufigste Todesursache.

Frauen fürchten, dass die Pille dick macht

Viele verwenden stattdessen weniger sichere Methoden zur Verhütung.

Erst Depression, dann kranker Magen

Seelische und körperliche Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.

Warum Aspartam das Abnehmen erschwert

Der Süßstoff ist kalorienfrei, beeinflusst im Tierversuch aber den Stoffwechsel.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen