Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung HIV-Therapie könnte vor MS schützen

Aktuelles

Ärztin ca. Mitte 50 erklärt Patientin, ca. Mitte 30, im roten Oberteil (dunkelhaarig) Untersuchungsergebnisse

Forscher suchen nach der Ursache, warum HIV-Infizierte seltener an MS erkranken als Nicht-Infizierte.
© Photographee.eu - Fotolia

Di. 05. August 2014

HIV-Therapie könnte vor Multipler Sklerose schützen

Eine HIV-Infektion beziehungsweise deren Therapie schützt möglicherweise vor Multipler Sklerose (MS). Mit dieser These sorgte der australische Virologe Professor Dr. Julian Gold vom Albion Centre in Sydney Anfang des Jahres für Aufsehen. Jetzt legte er im «Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry» Daten aus einer großen Studie vor, die seine Theorie untermauern.

Anzeige

Gold und Kollegen werteten Daten des britischen Gesundheitssystems von mehr als 21.000 HIV-Infizierten und knapp 5,3 Millionen Kontrollpersonen aus, die zwischen 1999 und 2011 in britischen Krankenhäusern behandelt wurden. Dabei zeigte sich, dass HIV-Patienten ein um 62 Prozent niedrigeres Risiko hatten an MS zu erkranken als Nicht-HIV-Infizierte. Als Erklärung für diesen MS-Schutz vermuten die Autoren nicht die HIV-Infektion selbst, sondern vielmehr die HIV-Medikamente. Ihrer Theorie nach spielen für eine MS-Erkrankung Überbleibsel lange zurückliegender Virusinfektionen eine Rolle. Mit den antiviralen Arzneimitteln, die gegen HIV eingesetzt werden, behandele man quasi aus Versehen diese Viren-Altlasten im Körper gleich mit und verhindere so, dass es zu MS kommt.

Zwar ist das Ergebnis der Studie statistisch aussagekräftig, dennoch lässt sich damit nicht belegen, dass die HIV-Therapie vor MS schützt. Denn in der Studie wurde nicht erfasst, ob beziehungsweise mit welchen Arzneistoffen die HIV-Patienten überhaupt medikamentös behandelt wurden. Da die HIV-positiven Teilnehmer der Studie im Jahr 1999 identifiziert wurden und zu diesem Zeitpunkt die internationalen Leitlinien zur HIV-Therapie einen möglichst frühen Therapiestart vorsahen, ist es allerdings sehr wahrscheinlich, dass die meisten HIV-positiven Teilnehmer antivirale Medikamente erhielten.

am/PZ/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Warum Mini-Märkte das Herz gefährden

Wer in der Nähe eines Kiosks wohnt, hat ein höheres Risiko für verkalkte Arterien.

Nierenkrank durch Schmerzmittel

Auch junge Menschen sind davon betroffen, wie eine neue Studie zeigt.

Effektiv abnehmen mit Intervalltraining

Abwechselnde Belastungs- und Erholungsphasen lassen Pfunde schneller schmelzen.

Virusinfektion könnte Zöliakie auslösen

Forscher finden einen Zusammenhang dieser Art der Gluten-Überempfindlichkeit mit verbreiteten Erregern.

Wechseljahre: Pflaster statt Tabletten?

Bei lokal angewendeten Hormonen treten bestimmte Nebenwirkungen seltener auf.

Neue Nervenzellen durch Arznei-Cocktail

Dadurch könnten sich künftig möglicherweise Hirnschäden reparieren lassen.

So schädlich sind Tabakerhitzer

Für die Lunge sind Tabakerhitzer genauso gefährlich wie herkömmliche Zigaretten.

Stent und OP schützen vor Schlaganfall

Forscher haben untersucht, welche Methode bessere Erfolge zeigt.

Kann ein Magenbypass Diabetes stoppen?

Bei vielen Patienten geht die Zuckerkrankheit nach der Operation zurück.

Selbstmitgefühl tut gut

Wer sich selbst mit positiven Gedanken begegnet, ist entspannter und glücklicher.

Psoriasis-Medikament schützt die Gefäße

Sogenannte Biologika senken auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Fettleibigkeit lässt Krebs-Fälle steigen

Das betrifft auch immer mehr junge Erwachsene, warnen Mediziner.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen