Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung ASS senkt Risiko für mehrere Krebsarten

Aktuelles

Frau, ca. Mitte 50, blond, blass, lachsroter Pulli, am Tisch sitzend mit Medikamentenblister in der Hand und auf dem Tisch liegend, schaut etwas betrübt an der Kamera vorbei

ASS in kleinen Dosierungen wird oft als "Blutverdünner" zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Ereignissen verschrieben.
© lite - Fotolia

Sa. 09. August 2014

ASS senkt das Risiko für mehrere Krebsarten

Wenn Menschen ab 50 Jahre ihrer Gesundheit etwas Gutes tun wollen, sollten sie täglich 75 bis 325 mg Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen, und zwar mindestens fünf, besser zehn Jahre lang. So lässt sich das Ergebnis einer aktuell im Fachjournal "Annals of Oncology" erschienenen Übersichtsarbeit zusammenfassen.

Anzeige

Die Studienautoren um Professor Dr. Jack Cuzick von der Queen Mary Universität London wägen in ihrer Arbeit den Nutzen der Langzeit-Einnahme von ASS gegen den möglichen Schaden ab. Auf der Negativ-Seite steht das bekannte Risiko für schwere Blutungen, insbesondere im Magen-Darm-Trakt. Deutlicher positiv zu Buche schlagen allerdings neben einem verringerten Herzinfarkt-Risiko vor allem ein geringeres Krebsrisiko und die geringere Krebssterblichkeit. Das überrascht bei einem Wirkstoff, der seit Jahren zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt, zur Krebsprävention jedoch noch nicht standardmäßig empfohlen wird.

Besonders bei Darmkrebs sei die Beweislage für eine Risikoreduktion durch ASS "überwältigend", schreiben die Autoren. Bei Speiseröhrenkrebs sind die Hinweise weniger stichhaltig, doch zeigten laut Cuzick und Kollegen mehrere Studien einen vorbeugenden Effekt. Bei anderen Tumoren des Magen-Darm-Trakts seien die Daten weniger umfassend und teilweise widersprüchlich, auch das Ausmaß der Schutzwirkung scheine hier geringer zu sein. Als weitere Krebsformen, bei denen ASS geringfügig die Erkrankungswahrscheinlichkeit senkt, nennen die Autoren Brust-, Prostata- und Lungenkrebs.

Obwohl ihre Ergebnisse die Langzeitanwendung von ASS bei Älteren generell nahelegen, sehen die Autoren hinsichtlich mehrerer Fragestellungen weiteren Forschungsbedarf. Das betrifft die Dauer der Anwendung: fünf Jahre, zehn Jahre oder gar noch länger? Auch ist unklar, ob es eine obere Altersgrenze gibt, ab der die Risiken den Nutzen überwiegen. Da sich das Blutungsrisiko mit jeder Lebensdekade annährend verdopple, sei eine Beschränkung der ASS-Prophylaxe in der Allgemeinbevölkerung auf Unter-70-Jährige bis zum Vorliegen weiterer Daten vermutlich sinnvoll, so Cuzick und Kollegen.

am/PZ/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Erziehung beeinflusst Kinder mehr als Gene

Die Eltern haben einen großen Einfluss auf das soziale Verhalten ihrer Kinder.

Sport kurbelt den Stoffwechsel an

Dieser Effekt hält sogar mehrere Tage an, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Vorhofflimmern durch zu viel Salz?

Zu viel Salz im Essen erhöht nicht nur den Blutdruck, wie eine neue Studie zeigt.

Warum Patienten ihren Arzt anlügen

Viele Patienten wollen, dass ihr Arzt eine gute Meinung von ihnen hat.

Kampf gegen HIV noch lange nicht am Ende

Der Kampf gegen HIV verläuft in Europa nicht ganz so erfolgreich, wie geplant.

Mehr ADHS-Diagnosen bei Sommer-Kindern

Ein zu früher Schulstart führt bei Kindern häufig zu ADHS-Fehldiagnosen.

E-Zigaretten: Werbung verführt zum Rauchen

Werbeplakate und Fernsehspots beeinflussen Jugendliche stärker, als bislang gedacht.

Männer: Spielsucht verändert Gehirn

Zwanghaftes Zocken verändert bei Männern offenbar die Hirnaktivität.

Depression: Viele Paare trennen sich

Die Erkrankung belastet auch den Partner und die Familie des Betroffenen.

Übergewicht sorgt bei Kindern für Asthma

Starkes Übergewicht ist ein großer Risikofaktor für Asthma bei Kindern.

Diabetes: Fruktose nicht gleich Fruktose

Fruchtzucker, der in Getränken steckt, erhöht das Diabetes-Risiko besonders.

Vorstellungskraft hilft, Ängste zu überwinden

Sich eine Bedrohung im Geiste genau vorzustellen, lässt sie kleiner werden.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen