Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Gel tötet resistente Krankenhauskeime

Aktuelles

Mann im Krankenhausbett mit Infusion im Arm schaut auf sein Smartphone

Resistente Keime in Krankenhäusern sind ein großes Problem. Mit dem neu entwickelten Gel könnten sie allerdings bald der Vergangenheit angehören.
© Tyler Olson - Fotolia

Mi. 20. August 2014

Antibakterielles Gel tötet resistente Krankenhauskeime

Forschern der Queen's University in Belfast ist ein Durchbruch in Kampf gegen resistente Krankenhauskeime gelungen. Sie haben ein neuartiges Gel entwickelt, das aus natürlichen Eiweißen besteht und Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus und E.coli abtöten kann.

Anzeige

Den Wissenschaftlern zufolge punktet das Gel mit zwei Eigenschaften. Zum einen besteht es aus den Bausteinen natürlicher Eiweiße, sogenannten Peptiden. Diese kommen auch im menschlichen Gewebe vor und sind daher ungefährlich für menschliche Zellen. Damit sie ein Gel bilden wurden sie von den Forschern im Labor leicht verändert.

Der andere Pluspunkt des Gels ist seine Wirkung gegen den sogenannten Biofilm. Eine geleeartige Schutzschicht, die Bakterien bilden, um sich darin zu "verkriechen" und die die Keime so resistent macht. Dr. Garry Laverty, Leiter des Forschungsteams erläutert: "Wenn Bakterien sich auf Oberflächen, wie beispielsweise medizinischen Implantaten festsetzen, produzieren sie einen geleeartigen Film, den sogenannten Biofilm." Dieser schützt sie und ermöglicht es ihnen, sich auf veränderte Umweltbedingungen wie Temperaturänderungen oder Schadstoffe besser einzustellen und sich vor ihnen zu schützen. Schadstoffe sind in diesem Fall Antibiotika und Desinfektionsmitteln, die der Mensch einsetzt, um den Keimen zu Leibe zu rücken. Wegen des Biofilms können sie den Bakterien aber nichts anhaben, weil sie nicht bis zu ihnen vordringen. Das neuartige Gel ist allerdings in der Lage, den Biofilm zu zerstören.

Die resistenten Keime, zu denen Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus und E.coli zählen, könnten in Krankenhäusern daher bald der Vergangenheit angehören, hoffen die Forscher. Bisher verursachen diese Keime große Probleme, da sie sich ungehindert verbreiten und Infektionen bei Krankenhauspatienten verursachen. Zudem würden zunehmend medizinische Implantate, wie Katheter, künstliche Herzklappen, Gelenkprothesen und Zahnimplantate eingesetzt. Hatte sich erstmal eine Infektion im Patienten festgesetzt, blieb bisher meist nur die Entfernung des jeweiligen Implantats als einzige Möglichkeit.

JW/FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Weniger Hautkrebs bei jungen Menschen

Grund dafür ist vermutlich, dass sich das Bewusstsein für Sonnenschutz geändert hat.

Schadet spätes Essen der Gesundheit?

Kalorienreiches Essen nach 18 Uhr könnte ein Risiko für die Herzgesundheit sein.

Wer meditiert, ist aufmerksamer

Davon profitieren sogar Personen, die zuvor noch nie meditiert haben.

Schlaf lindert Ängste und Sorgen

Die Tiefschlafphase ist offenbar wichtig für das emotionales Gleichgewicht.

Juckreiz belastet auch die Psyche

Patienten mit Hautkrankheiten leiden häufiger gleichzeitig unter Depressionen.

Krebs mit Methadon bekämpfen?

Im nächsten Jahr startet in Deutschland eine klinische Studie mit Patienten, die unter Dickdarmkrebs leiden.

Neue Therapie bei Mukoviszidose

Eine Kombination aus drei Wirkstoffen könnte den Ausbruch der Krankheit verhindern.

Zeitumstellung: Bis zu 8 Monate Probleme

Die halbjährliche Zeitumstellung wirkt sich stärker auf die Gesundheit aus als angenommen.

Neuer Antikörper gegen Grippeviren

Der Antikörper könnte als Vorlage für die Entwicklung eines universellen Impfstoffs dienen.

Beeinflusst Vitamin D die Muskelfunktion?

Bei einem Mangel an Vitamin D ist häufig auch die Muskelfunktion schlechter.

Resistente Keime in Tierfutter

Jedes zweite Hundefutter aus rohem Fleisch ist mit resistenten Bakterien belastet.

Herzinfarkt-Patienten werden immer älter

Heutzutage lässt sich einem Herzinfarkt besser vorbeugen als vor 20 Jahren.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen