Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Botulinumtoxin stoppt Magenkrebs

Aktuelles

Spritze und Fläschchen mit Medikament

Das Nervengift Botulinumtoxin ist vor allem als Faltenglätter bekannt. Womöglich könnte es künftig aber auch in der Magenkrebs-Therapie eingesetzt werden.
© Tobilander - Fotolia

Do. 21. August 2014

Magenkrebs: Nervengift könnte Wachstum aufhalten

Das Nervengift Botulinumtoxin ist vor allem als Faltenglätter bekannt. Seine Eigenschaften machen es allerdings auch für die Behandlung verschiedener Krankheiten interessant – jetzt auch bei Magenkrebs, wie ein internationales Forscherteam zeigen konnte.

Anzeige

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Vagusnerv – einer der größten Nerven des Körpers, der vom Gehirn zu vielen Organen im Bauchraum führt – im Magen durch die Freisetzung von Nervenbotenstoffen das Wachstum von Magentumoren fördert. Mit einer lokalen Injektion des Nervengifts Botulinumtoxin ließ sich die Freisetzung dieser Botenstoffe verhindern, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift Science Translational Medicine. "Durch die Beseitigung des Effekts, die dieser Nerv ausübt, wurden Krebsstammzellen unterdrückt", sagt Duan Chen, Professor an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU) in Trondheim. Dies habe zur Folge gehabt, dass das Wachstum des Tumors gestoppt worden sei.

Neben der Nervengift-Variante hatten die Forscher in ihren Versuchen mit Mäusen drei weitere Methoden getestet, mit deren Hilfe sich die Kommunikation zwischen Nerv und Tumor unterbrechen lässt. Sie kappten die Verbindung zwischen Vagusnerv und Magen durch einen chirurgischen Schnitt, sie verwendeten ein Medikament, das die Andockstelle für die Nervenbotenstoffe blockierte und sie schalteten gezielt Gene aus, um ebenfalls die Andockstellen zu beeinflussen. Alle diese Maßnahmen unterdrückten den Forschern zufolge das Tumorwachstum, wobei die Durchtrennung des Nervenasts und das Nervengift besonders erfolgreich waren. Die Forscher glauben nun, dass das Botulinumtoxin insbesondere in Kombination mit einer Chemotherapie erfolgversprechend bei der Behandlung von Magenkrebs sein könnte. Der jetzigen Studie soll nun eine klinische Phase-II-Studie mit Magenkrebs-Patienten in Norwegen folgen, bei der das Verfahren am Menschen getestet wird.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Krebs: Lichttherapie lindert Schlafprobleme

Eine Lichtbestrahlung am Morgen verbessert die Schlafqualität deutlich.

Rauchen: Folgen werden unterschätzt

Raucher sehen die negativen Auswirkungen oft weniger kritisch als Nichtraucher.

Medikamente gegen Dauermigräne im Test

Neue Antikörper-Wirkstoffe könnten künftig die Migränetherapie ergänzen.

Schlafen reinigt das Hirn

Im Tiefschlaf werden schädliche Stoffwechselprodukte aus dem Gehirn entfernt.

Innovativ gegen Demenz und Krebs

Die Forschung testet ungewöhnliche Wege, um Medikamente ins Hirn einzuschleusen.

Heuschnupfen: jetzt noch vorbeugen

Mit einer sogenannten Hyposensibilisierung kann man im Winter starten.

Schadet Paracetamol dem Ungeborenen?

Das Schmerzmittel könnte die Sprachentwicklung bei Mädchen stören.

Diese Übungen stärken das Herz

Mit diesem Trainingsprogramm lässt sich einer Herzschwäche vorbeugen.

Mandel-OP: Ingwer lindert Schmerzen

Die Knolle beschleunigt zudem die Wundheilung, wie eine neue Studie zeigt.

Wiederholtes Impfen gegen schwere Grippe

Vor allem Senioren profitieren, wenn sie sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Ballaststoffe: Mit Müsli gegen Arthritis?

Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt offenbar Gelenkerkrankungen vor.

Angststörungen durch zu wenig Schlaf?

Schlafmangel und psychische Probleme stehen laut US-Forschern in Zusammenhang.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen