Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Wie die Tuberkulose in die Neue Welt kam

Aktuelles

Robbe am Strand von Helgoland

Und wenn sie noch so unschuldig dreinschauen - Robben waren es, die die Tuberkulose in die Neue Welt brachten, nicht die spanischen Eroberer.
© Photoart-Sicking - Fotolia

Sa. 23. August 2014

Robben brachten Tuberkulose nach Südamerika

Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Tuberkulose-Erreger erst mit den spanischen Eroberern die Küsten Südamerikas erreichten. Eine Analyse 1.000-jähriger menschlicher Knochen aus Peru legt nun eine andere Vermutung nahe. Demnach könnten Robben und Seelöwen die Überbringer der Tuberkulose-Bakterien gewesen sein.

Anzeige

Das Bakterium, das das internationale Forscherteam unter der Leitung des deutschen Genetikers Johannes Krause von der Universität Tübingen in den peruanischen Knochen nachweisen konnte, ist heute zwar ausgestorben. Durch die Untersuchung des Erbguts und den Vergleich mit verschiedenen, heute vorkommenden Bakterienstämmen fanden die Wissenschaftler jedoch zwei Dinge heraus: Das "fossile" Bakterium unterscheidet sich von heutigen, an Menschen angepasste Stämme und es entspricht am ehesten einem Tuberkulose-Erreger, wie man ihn in Robben finden kann. Dies berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Nature. Sie vermuten, dass Robben das Bakterium aus Afrika an die Küsten Perus transportierten und es dort durch Jagd und Verzehr der Tiere auf die Menschen übertragen wurde. Der gemeinsame Vorfahre aller heutigen Tuberkulose-Bakterienstämme hat sich ihren Berechnungen zufolge vor weniger als 6.000 Jahren entwickelt.

Ihre Ergebnisse werfen aber nicht nur ein neues Licht auf die Geschichte der Tuberkulose in Amerika. Vielmehr könnten die neuen Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte der Tuberkulose-Bakterien und deren Anpassung beim Sprung vom Tier zum Mensch helfen, neuartige Medikamente oder Impfstoffe und bessere Strategien zur Kontrolle der Krankheit zu entwickeln, hoffen die Forscher. Dies sei gerade im Hinblick auf den dramatischen Anstieg von Mehrfach-Resistenzen in Osteuropa, Asien und Teilen Afrikas wichtig.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

So müssen wir uns im Jahr 2050 ernähren

Die Essgewohnheiten der Menschen müssen sich radikal ändern, sagen Forscher.

Bewegung schärft das Gedächtnis

Wer körperlich aktiv ist, erkrankt seltener an Demenz.

MRT auch mit Kupferspirale möglich

Eine MRT-Untersuchung hat bei Frauen, die mit Spirale verhüten, keine Nebenwirkungen.

Von Brustkrebs- zu harmlosen Fettzellen

Forscher haben Krebszellen ausgetrickst und in harmlose Fettzellen umgewandelt.

Neuer Ansatz stoppt Brustkrebs-Metastasen

Wissenschaftler haben Wirkstoffe gefunden, die eine Metastasenbildung bei Brustkrebs verhindern können.

Wenn das Gehirn Lust auf Dopamin hat

Was und wie viel wir essen, haben wir offenbar nur zum Teil unter Kontrolle.

Hormontherapie gegen Kniearthrose?

Östrogen könnte bei Frauen in den Wechseljahren Schäden am Knorpel hemmen.

Spermienqualität gefährdet Embryo

Die Qualität des Spermas könnte das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen.

Beim metabolischen Syndrom Vitamin C

US-Forscher sind davon überzeugt, dass sich dadurch die Stoffwechsellage bessert.

Mehr Haustiere gleich weniger Allergien

Kontakt zu Haustieren scheint das Allergierisiko bei Kindern zu senken - und zwar je mehr Tiere, desto besser.

Fitness: 12-Tage-Plan für das neue Jahr

Jeden Tag eine neue Übung: So kommen Sie nach den Feiertagen wieder in Form.

Radeln reduziert den Bauchumfang

Sport lässt Fettpolster am Bauch schmelzen, die das Risiko für viele Krankheiten erhöhen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen