Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung In Höhenlagen steigt der Blutdruck

Aktuelles

Paar, ca. Mitte 50, in den Bergen beim Wandern, Mann deutet mit Wanderstock in die Ferne

Je höher es den Berg hinaufgeht, desto höher steigt auch der Blutdruck. Schuld daran ist die zunehmend dünnere Luft.
© Halfpoint - Fotolia

Mi. 27. August 2014

Wandern & Bergsteigen: Mit der Höhe steigt der Blutdruck

Während der Luftdruck mit zunehmender Höhe sinkt, steigt der Blutdruck offenbar an. Zu diesem Ergebnis kamen italienische Herzforscher im Rahmen einer Mount Everest-Expedition. Immerhin konnte ein gängiger Blutdrucksenker bis zu einer gewissen Höhe dagegen halten, wie die Forscher online im European Heart Journal berichten.

Anzeige

Je höher die Studienteilnehmer stiegen, umso höher stieg auch der Blutdruck, wie eine Dauer-Beobachtung des Blutdrucks zeigte. "Sobald wir eine gewisse Höhenlage erreicht hatten, fing der Blutdruck an zu steigen und blieb dann auch die ganze Zeit hoch", sagt Studienleiter Professor Gianfranco Parati von der Universität Milano-Bicocca. Im Mount Everest-Basiscamp in 5.400 Metern Höhe lag der systolische Blutdruckwert der Studienteilnehmer im Mittel um 14 mmHg höher als unter normalen Bedingungen, der diastolische Wert um 10 mmHg. Die Auswirkung der Höhe habe sich zudem nicht nur am Tag, sondern besonders deutlich auch nachts gezeigt, so der Kardiologe. Während der Blutdruck in der Nacht normalerweise um 10 bis 20 Prozent niedriger liegt als tagsüber, sank er in der Höhe weniger stark ab.

Einer der Hauptfaktoren für den Blutdruckanstieg sei die dünnere Luft und der damit einhergehende Sauerstoffmangel, der sich mit zunehmender Höhe auf den Körper auswirkt. Das Herz arbeite härter und die Blutgefäße in den äußeren Zonen des Körpers verengten sich, so die Forscher.

Darüber hinaus fanden sie heraus, dass der blutdrucksenkende Wirkstoff Telmisartan, der zu der Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker gehört, auch in einer Höhe von 3.400 Metern noch wirkte. Für Menschen, die schon mit einem Blutdrucksenker aus dieser Medikamentengruppe behandelt werden und sich zum Wandern, Klettern, Skifahren oder aus beruflichen Gründen in höhere Gebirgsregionen begeben, sei dies ein positives Ergebnis. Es bedeute, dass diese Mittel der Studie zufolge auch noch in mittleren Höhenlagen effektiv seien, so Parati. Dies gelte jedoch nicht für größere Höhen, denn auf Höhe des Basiscamps von 5.400 Metern wirkte Telmisartan nicht mehr.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Wassergeburten genauso sicher

Eine Studie hat mögliche Komplikationen verschiedener Geburtsformen verglichen.

Blutgruppe 0 schützt vor Covid-19

Personen mit Blutgruppe 0 sind weniger anfällig für das neuartige Coronavirus.

Fettleber-Erkrankung ist immer gefährlich

Auch in einem frühen Stadium kann die Krankheit das Risiko für einen vorzeitigen Tod erhöhen.

O-Beine erhöhen die Arthrose-Gefahr

Übergewicht und eine Beinfehlstellung tragen massiv zur Entstehung von Arthrose bei.

Kann eine Vollnarkose zu Demenz führen?

Eine aktuelle Langzeitstudie kommt zu einem beruhigenden Ergebnis.

Frühere Erkältung schwächt Covid-19 ab

Wer bereits eine Infektion mit anderen Coronaviren durchgemacht hat, erkrankt oft weniger stark an Covid-19.

Corona: So stark leidet die Psyche

Depressionen und Angststörungen haben in den letzten Monaten massiv zugenommen.

Feiertage bringen Nussallergien ans Licht

Gerade an Halloween häufen sich allergischen Reaktionen bei kleinen Kindern.

Lässt sich Zöliakie vorbeugen?

Werden Babys schon früh mit glutenhaltiger Nahrung gefüttert, könnte der Krankheit vorgebeugt werden.

Masken tragen mit Lungenkrankheit?

Forscher geben Entwarnung: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist nicht gefährlich.

Arteriosklerose kann sich zurückbilden

Voraussetzung ist, die Blutfette unter einen bestimmten Zielwert zu senken.

Covid-19 ist tödlicher als Grippe

Die Todesrate ist dabei stark abhängig vom Alter, wie eine neue Metaanalyse zeigt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen