Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Warum Polyester-Kleidung eher müffelt

Aktuelles

Junge Frau, etwas übergewichtig, im grünen Sportbody, vorne und unter den Armen Schweißflecken, lehnt außer Atem an einem Baum

Frischer Schweiß riecht kaum. Erst wenn Bakterien die "kritischen" Stoffe im Schweiß zerschneiden, entsteht der unangenehme Geruch.
© berc - Fotolia

Fr. 05. September 2014

Schweiß: Warum Polyester-Kleidung eher müffelt

Sportler wissen es: Die teure atmungsaktive Bekleidung, die für einen besseren Feuchtigkeitstransport sorgt, hat einen entscheidenden Nachteil: Die Polyesterfasern müffeln schneller als Baumwolle. Warum das so ist, hat jetzt ein Team belgischer Mikrobiologen herausgefunden.

Anzeige

Dass Textilien aus Polyester nach intensivem Sport schlechter riechen als solche aus Baumwolle, liege daran, dass sich die Bakterien, die den Geruch verursachen, auf den Kunstfasern stärker vermehren. Dies berichten die Autoren online vorab in der Zeitschrift Applied and Environmental Microbiology. Frischer Schweiß rieche kaum, erläutert Erstautor Chris Callewaert von der Universität Gent in Belgien. Die langkettigen Fettsäuren, die von den Schweißdrüsen abgesondert werden, seien schlicht zu groß, um flüchtig zu sein. Der unangenehme Schweißgeruch komme erst dadurch zustande, dass Bakterien diese langkettigen Fettsäuren und andere im Schweiß enthaltene Bestandteile verändern. Sie zerschneiden sie in kleinere Einheiten, die in die Luft übergehen und sich als übler Geruch bemerkbar machen.

Bleibt die Frage, welche Bakterien hier die Hauptschuldigen sind. Um dies zu klären, hatten die Forscher T-Shirts von 26 Personen nach einer intensiven Sport-Stunde eingesammelt und 28 Stunden später genau analysiert. Auf den Kleidungsstücken seien kugelförmige Bakterien, sogenannte Mikrokokken, die Hauptverursacher des schlechten Geruchs. "Diese Mikrokokken wachsen auf Polyester besser", sagt Callewaert. Warum sich die Bakterien gerade auf diesem Material so wohlfühlen, sei noch unklar. Die Forscher vermuten jedoch, dass es mit der Beschaffenheit der Oberfläche zusammenhängen könnte. Andere Bakterien, die sogenannten Corynebakterien, die als Hauptursache für Schweißgeruch in den Achselhöhlen gelten, wachsen auf Textilien dagegen nicht.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Diese Folgen haben Gewichtsschwankungen

Schon eine leichte Zu- oder Abnahme hat weitreichende Auswirkungen auf den Körper.

Krebs: Lichttherapie lindert Schlafprobleme

Eine Lichtbestrahlung am Morgen verbessert die Schlafqualität deutlich.

Rauchen: Folgen werden unterschätzt

Raucher sehen die negativen Auswirkungen oft weniger kritisch als Nichtraucher.

Medikamente gegen Dauermigräne im Test

Neue Antikörper-Wirkstoffe könnten künftig die Migränetherapie ergänzen.

Schlafen reinigt das Hirn

Im Tiefschlaf werden schädliche Stoffwechselprodukte aus dem Gehirn entfernt.

Innovativ gegen Demenz und Krebs

Die Forschung testet ungewöhnliche Wege, um Medikamente ins Hirn einzuschleusen.

Heuschnupfen: jetzt noch vorbeugen

Mit einer sogenannten Hyposensibilisierung kann man im Winter starten.

Schadet Paracetamol dem Ungeborenen?

Das Schmerzmittel könnte die Sprachentwicklung bei Mädchen stören.

Diese Übungen stärken das Herz

Mit diesem Trainingsprogramm lässt sich einer Herzschwäche vorbeugen.

Mandel-OP: Ingwer lindert Schmerzen

Die Knolle beschleunigt zudem die Wundheilung, wie eine neue Studie zeigt.

Wiederholtes Impfen gegen schwere Grippe

Vor allem Senioren profitieren, wenn sie sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Ballaststoffe: Mit Müsli gegen Arthritis?

Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt offenbar Gelenkerkrankungen vor.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen