Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Erhöhen Schlafmittel das Alzheimer-Risiko?

Aktuelles

Frau um die 60 im Bett, rosa Nachthemd, graue, kurze Haare, bei Einnahme eines Medikaments

Ältere Menschen bekommen vielfach Arzneimittel gegen Schlafstörungen verordnet.
© britta60 - Fotolia

Mi. 10. September 2014

Benzodiazepine: Beruhigungsmittel könnten Alzheimer begünstigen

Die Langzeiteinnahme bestimmter Beruhigungsmittel, die gegen Ängste helfen, entspannen und den Schlaf fördern, Benzodiazepine genannt, könnte bei älteren Menschen mit einer erhöhten Demenz-Gefahr einhergehen. Davor warnen Forscher aus Frankreich und Kanada, die einen Zusammenhang zwischen beidem nachweisen konnten.

Anzeige

In ihrer großen Fall-Kontroll-Studie hatten die Forscher Daten von Senioren aus Quebec in Kanada, die über mehrere Jahre gesammelt worden waren, analysiert. Dabei stießen sie auf eine Verbindung zwischen der langfristigen Einnahme von Benzodiazepinen und dem Alzheimer-Risiko. Hatten Personen diese Beruhigungsmittel über drei Monate oder länger eingenommen, stieg das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um bis zu 50 Prozent an, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift British Medical Journal. Je länger die Dauer der Therapie, desto stärker trat dieser Zusammenhang zutage. Er war deutlicher für lang wirksame Benzodiazepine als für die kurz wirksamen Varianten dieser Wirkstoffe, so die Wissenschaftler.

Welcher Natur die gefundene Verbindung ist, ob also die Medikamenten-Einnahme tatsächlich die Ursache für die größere Zahl an Alzheimer-Fällen war, sei noch nicht definitiv geklärt, so die Forscher. Allerdings deute die Tatsache, dass der Zusammenhang stärker sei, je länger das Medikament eingenommen werde, auf eine direkte Verbindung hin. Ohne Frage seien Benzodiazepine eine wichtig Therapieoption bei Angststörungen und vorübergehenden Schlafproblemen, schreiben die Wissenschaftler. Sie raten jedoch, die Einnahmedauer möglichst kurz zu halten und drei Monate nicht zu überschreiten.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Essen im Takt der biologischen Uhr

Die Mahlzeiten an die Tageszeit anzupassen, bringt vor allem für Diabetiker Vorteile.

Hohes Cholesterin ist riskant für Jüngere

Für Menschen unter 45 Jahren bedeutet ein hoher Cholesterinspiegel ein besonderes Risiko.

OP-Infektionen mit Honig verhindern?

Manuka-Honig aus Neuseeland ist in der Lage, das Wachstum von Bakterien zu hemmen.

Neuropathie frühzeitig am Auge erkennen

Die Krankheit macht sich oft erst bemerkbar, wenn sie schon fortgeschritten ist.

Politik kann Todesfälle durch Krebs senken

Strategien wie Werbeverbote für Zigaretten zeigen offenbar Wirkung.

Säureblocker nicht zu häufig einnehmen

Medikamente gegen Sodbrennen erhöhen das Risiko für Magen-Darm-Infekte deutlich.

Wie sich Bakterien im Haushalt verbreiten

Forscher haben multiresistente Keime in verschiedenen Haushalten verfolgt.

Glaukom: Schadet Feinstaub den Augen?

Luftverschmutzung erhöht offenbar das Risiko für ein Glaukom.

Viele Jugendliche bewegen sich zu wenig

Die wenigsten Teenager schaffen es, sich eine Stunde pro Tag zu bewegen.

Rheuma: Abnehmen bessert Therapie

Bei übergewichtigen Patienten wirken viele Rheuma-Medikamente schlechter.

Sind viele Herz-OPs überflüssig?

Bei der koronaren Herzkrankheit helfen Medikamente offenbar ebenso gut.

Viel Eiweiß kann bei Übergewicht schaden

Eine sehr proteinreiche Ernährung ist unter Umständen schädlich für die Nieren.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen