Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Zucker und Fett sind keine Suchtstoffe

Aktuelles

Tisch, darauf weißes Schälchen mit pastellfarbenen Süßigkeiten, Mädchen, nur bis Nasenansatz zu sehen, schaut mit verdrehten Augen hin

Die unbändige Lust auf Süßes kennen viele. Eine Sucht wie nach Heroin löst Zucker aber nicht aus.
© Jan Jansen - Fotolia

Do. 11. September 2014

Zucker und Fett sind keine Suchtstoffe

Manche Menschen sehnen sich nach Schokolade wie nach einer Droge. Doch auch wenn es sich vielleicht so anfühlt, eine echte Schokoladensucht gibt es ebenso wenig wie eine Abhängigkeit von Pommes oder Gummibärchen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift Neuroscience & Biobehavioral Reviews.

Anzeige

Manche Menschen hätten zwar zu bestimmten Nahrungsmitteln ein suchtähnliches Verhältnis und könnten sich daran überessen, obwohl sie wüssten, dass es der Gesundheit schade, sagen die Forscher. Allerdings handele es sich dabei eher um eine Verhaltensstörung als um eine Sucht nach einer speziellen Substanz. Es gebe so gut wie keine Hinweise, dass so etwas wie eine Sucht nach bestimmten Nahrungsmittel-Komponenten, zum Beispiel Zucker oder Fett, Zusätzen oder Zusammensetzungen von Inhaltsstoffen existiere, schreiben die Forscher in dem Fachjournal.

Das Gehirn reagiere auf Nährstoffe nicht in gleicher Weise wie auf Drogen wie Heroin oder Kokain. Stattdessen könnten Menschen aber einen psychologischen Esszwang entwickeln, der von den positiven Gefühlen, die das Gehirn mit dem Essen verbinde, noch gefördert werde. Die "Esssucht" sei eher eine Verhaltensstörung, die mit dem Zustand einer Spielsucht vergleichbar sei. Mit Blick auf die weite Verbreitung von Übergewicht sehen es die Wissenschaftler als wichtig an, den Fokus daher von den Nahrungsmitteln selbst auf das Verhältnis, das eine Person dem Essen gegenüber hat, zu verschieben.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Hohes Cholesterin ist riskant für Jüngere

Für Menschen unter 45 Jahren bedeutet ein hoher Cholesterinspiegel ein besonderes Risiko.

OP-Infektionen mit Honig verhindern?

Manuka-Honig aus Neuseeland ist in der Lage, das Wachstum von Bakterien zu hemmen.

Neuropathie frühzeitig am Auge erkennen

Die Krankheit macht sich oft erst bemerkbar, wenn sie schon fortgeschritten ist.

Politik kann Todesfälle durch Krebs senken

Strategien wie Werbeverbote für Zigaretten zeigen offenbar Wirkung.

Säureblocker nicht zu häufig einnehmen

Medikamente gegen Sodbrennen erhöhen das Risiko für Magen-Darm-Infekte deutlich.

Wie sich Bakterien im Haushalt verbreiten

Forscher haben multiresistente Keime in verschiedenen Haushalten verfolgt.

Glaukom: Schadet Feinstaub den Augen?

Luftverschmutzung erhöht offenbar das Risiko für ein Glaukom.

Viele Jugendliche bewegen sich zu wenig

Die wenigsten Teenager schaffen es, sich eine Stunde pro Tag zu bewegen.

Rheuma: Abnehmen bessert Therapie

Bei übergewichtigen Patienten wirken viele Rheuma-Medikamente schlechter.

Sind viele Herz-OPs überflüssig?

Bei der koronaren Herzkrankheit helfen Medikamente offenbar ebenso gut.

Viel Eiweiß kann bei Übergewicht schaden

Eine sehr proteinreiche Ernährung ist unter Umständen schädlich für die Nieren.

Migräne: Diagnose dauert oft lange

Viele Patienten mit Migräne sind nicht optimal versorgt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen