Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Antidepressiva wirken schneller als gedacht

Aktuelles

Gelbe Tabletten, im Hintergrund aufgestellt: Blisterpackungen

Bislang glaubte man, dass der Effekt von Antidepressiva erst nach ein paar Wochen eintritt. Nun haben Forscher entdeckt, dass das Gehirn schon wenige Stunden nach der ersten Einnahme verändert wird.
© M. Schuppich - Fotolia

Fr. 19. September 2014

Antidepressiva verändern Gehirn schon nach erster Einnahme

Schon die einmalige Einnahme eines Antidepressivums kann Nervenverknüpfungen im Gehirn verändern. Dies berichten Leipziger Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Current Biology.

Anzeige

Die Forscher um Dr. Julia Sacher vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hatten Studienteilnehmer ein gängiges Medikament zur Behandlung von Depressionen einnehmen lassen. Es handelte sich dabei um den Wirkstoff Escitalopram, einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI, vom englischen Begriff Selective Serotonin Reuptake Inhibitor). Der Arzneistoff erhöht die Konzentration des Botenstoffs Serotonin im Gehirn. Mit Hilfe von Gehirn-Scans stellten die Forscher fest, dass sich die sogenannte Konnektivität, also die Verbindung zwischen Nervenbahnen, schon innerhalb von drei Stunden veränderte. "Wir hätten nicht gedacht, dass diese Medikamente einen so deutlichen Effekt in so kurzer Zeit haben würden und dass dieser das ganze Gehirn betreffen würde", sagt Sacher.

Obwohl SSRI weltweit zur Therapie von Depressionen eingesetzt werden, sei bislang noch nicht genau geklärt, wie sie wirken, so die Wissenschaftler. Zwar vermuten Hirnforscher schon länger einen Einfluss auf die Nervenverknüpfungen im Gehirn, doch wurde bislang angenommen, dass dieser Effekt über einen Zeitraum von Wochen eintritt, nicht schon nach Stunden. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass Veränderungen sofort stattfinden und vielleicht auf eine Umorganisation des Gehirns hindeuten. Während die Forscher in den meisten Hirnbereichen eine geringere Konnektivität feststellten, konnten sie in zwei Regionen, dem Cerebellum und dem Thalamus, eine Zunahme beobachten.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Immuntherapie bei Lungenkrebs

Ein Experte klärt über die Chancen und Grenzen der neuen Krebstherapie auf.

Statine schützen vor Thrombose

Die Cholesterinsenker zeigen interessante "Nebenwirkungen".

Stress im Job erhöht Krebsrisiko

Auswirkungen zeigen sich jedoch erst nach einer bestimmten Zahl von Jahren.

Interessante Theorie zur Arteriosklerose

Deutscher Herzchirurg stellt die bisherige Lehrmeinung infrage.

Feinstaub kann Viren wecken

Nanopartikel aus Abgasen reaktivieren Krankheitserreger im Lungengewebe.

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen