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Älterer Mann unterhält sich mit Ärztin.

Selbst mehr als ein viertel Jahr nach einem Schlaganfall besteht ein hohes Risiko für ein erneutes lebensgefährliches Ereignis.
© Rido - Fotolia

Di. 07. Oktober 2014

90 Tage nach Schlaganfall noch keine Entwarnung

In den ersten 90 Tagen nach einem Schlaganfall ist das Risiko einen erneuten Schlaganfall oder ein anderes lebensbedrohliches Ereignis, etwa einen Herzinfarkt, zu erleiden besonders hoch. Mediziner warnen jedoch jetzt, dass die Gefahr auch nach dieser Zeit noch erhöht sein kann.

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Es bestätigte sich, dass die ersten 90 Tage nach einem solchen Ereignis für die Betroffenen besonders gefährlich sind. Mehr als 10.000 Patienten, also ungefähr 30 Prozent, erlitten in dieser Zeit einen neuerlichen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt, kamen in Langzeitpflege oder starben. Das berichteten die Wissenschaftler um Dr. Richard Swartz von der University of Toronto auf einem Schlaganfall-Kongress im kanadischen Vancouver. Allerdings gibt es auch für die Zeit danach offensichtlich keine vollständige Entwarnung. Selbst in der Gruppe jener, die diese Hochrisiko-Zeit glimpflich überstanden hatten, kam es bei fast zehn Prozent im Anschlussjahr zu einem solchen negativen Ereignis. Sogar fünf Jahre nach einem Schlaganfall oder Mini-Schlaganfall sei die Gefahr noch erhöht, erklären die Forscher. Im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen habe sie doppelt so hoch gelegen.

"Dieses hohe Langzeitrisiko war überraschend", sagte Swartz. Es zeige aber deutlich, dass bessere Strategien entwickelt werden müssen, um diesen gefährlichen Gesundheitsproblemen vorzubeugen, und gefährdete Personen länger überwacht werden müssten. Das Ziel müsse es jetzt sein, herauszufinden, bei welchen Personen auch nach den ersten 90 Tagen noch weiterhin eine erhöhte Gefahr für die Gesundheit bestehe, so der Neurologe. Die Forscher hatten die Daten von rund 34.000 Patienten untersucht, die zwischen 2003 und 2011 einen Schlaganfalls oder einen Mini-Schlaganfall, der im Fachjargon als transitorische ischämische Attacke (TIA) bezeichnet wird, erlitten hatten. In weiteren Studien widmet sich der Schlaganfall-Spezialist mit seinem Team unter anderem möglichen Risikofaktoren wie Depressionen, Atemaussetzern während des Schlafens und kognitiven Beeinträchtigungen.

HH

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