Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Lungenkrebs kann 20 Jahre lang lauern

Aktuelles

Mittelalter Mann mit Dreitagebart im Profil zieht an einer Zigarette

Rauchen verursacht viele der ersten genetischen Veränderungen, die zur Entstehung von Lungenkrebs führen.
© massimilianofr - Fotolia

Fr. 10. Oktober 2014

Lungenkrebs kann über 20 Jahre lang unbemerkt lauern

Lungenkrebs wird oft erst spät erkannt. Oft erst so spät, dass die Medizin nichts mehr ausrichten kann. Britische Krebsforscher fanden jetzt heraus, dass der Beginn der Krankheit bereits über 20 Jahre lang zurück liegen kann, bevor der Tumor plötzlich in eine aggressive Form übergeht.

Anzeige

Den Wissenschaftlern zufolge kann die Krankheit nach den ersten genetischen Veränderungen, die zur Entstehung der Krebserkrankung führen, viele Jahre unbemerkt schlummern. Erst neue, zusätzliche Fehler im Erbgut führten dann dazu, dass der Krebs plötzlich rasch anwächst. Während dieses plötzlichen Anwachsens steige zudem die Anzahl verschiedener genetischer Störungen in getrennten Bereichen des Tumors, erläutern die Krebs-Spezialisten in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Science. Jeder einzelne Bereich entwickle sich somit auf unterschiedlichen Wegen, was bedeute, dass jeder getrennte Bereich des Tumors genetisch einzigartig sei.

Diese große Menge unterschiedlicher Mutationen bei Lungenkrebs könnte erklären, warum eine gezielte Krebstherapie bei dieser Erkrankung nur begrenzt Erfolg hat. Werde ein genetischer Fehler, der nach der Analyse einer Gewebeprobe festgestellt wird, gezielt attackiert, greife die Therapie nur das Tumorgewebe an, das auf diesen Fehler zurückgehe. Andere Bereiche könnten derweil weiter wachsen, so die Forscher.

Die neuen Erkenntnisse erklären jedoch nicht nur, warum es so schwierig ist, fortgeschrittene Lungentumore zu behandeln, sie halten auch einen Hoffnungsschimmer bereit. Denn sollte es irgendwann möglich sein, Lungenkrebs früher zu diagnostizieren, solange die Erkrankung noch nur einem Entstehungsweg folgt, könnte eine gezielte Therapie die Krankheit an der Wurzel packen und die Überlebenschancen Betroffener dadurch deutlich verbessern.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Sind Blüten im Essen unbedenklich?

Einige Wildblüten enthalten Stoffe, die der Gesundheit schaden können.

Neue Therapie für Restless Legs?

Die Behandlung des Restless Legs Syndroms könnte künftig zielgenauer und besser werden.

Blutfette auch bei Kindern kontrollieren

Zu hohe Cholesterinwerte sind bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit mehr.

Frühstücken schützt vor Diabetes

Wer häufig das Frühstück auslässt, erkrankt eher an Typ-2-Diabetes.

Krankes Herz durch schlechte Zähne

Dieser Zusammenhang hat sich bereits in vielen Studien gezeigt.

Sind Impfungen schuld an Allergien?

Forscher haben diese verbreitete Annahme näher untersucht.

Mehr Tote durch resistente Bakterien

Auch in Deutschland sterben immer mehr Menschen an Antibiotika-resistenten Keimen.

Toxoplasmose ändert Hirnstoffwechsel

Das könnte zu Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie führen.

Tennisarm: Beste Therapie ist Geduld

Forscher haben 11 Behandlungsmöglichkeiten miteinander verglichen.

Inkontinenz: Für viele Frauen ein Tabu

Fast jede zweite Frau über 50 leidet darunter, die wenigsten suchen sich jedoch Hilfe.

Schnell wieder schwanger?

Das birgt Risiken, mahnen Ärzte und erklären, wie lange Frauen warten sollten.

Hirngröße beeinflusst das Krebsrisiko

Der Lebensstil spielt bei Hirntumoren offenbar nur eine untergeordnete Rolle.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen