Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Forscher optimieren Krebswirkstoffe

Aktuelles

Weiße Tabletten neben Wasserglas

Krebsmedikamente steuern als Ziel häufig Eiweißstoffe innerhalb der Krebszelle an.
© somenski - Fotolia

Sa. 11. Oktober 2014

Krebs: Chemotherapie mit weniger Nebenwirkungen denkbar

Jedes neue Krebsmedikament kann die Überlebenschancen von Patienten erhöhen. Leider oft mit schweren Nebenwirkungen, deren Ursachen bisher selten entschlüsselt werden konnten. Ein internationales Wissenschaftlerteam aus München, Heidelberg, Schweden und Singapur hat nun eine Methode gefunden, mit der sich Nebenwirkungen bereits bei der Arzneistoff-Entwicklung erklären und sogar vorhersagen lassen.

Anzeige

Moderne Arzneistoffe gegen Krebs wirken über bestimmte Eiweiße in den Krebszellen. Im Idealfall binden die Medikamente nur an die gewünschten Zielproteine. In den meisten Fällen jedoch binden sie auch an andere Eiweiße, die nicht nur in Krebszellen, sondern auch in gesunden Zellen vorkommen. Das Resultat sind Nebenwirkungen. An welche Proteine die Medikamente genau binden, konnten die Wissenschaftler nun durch Erhitzen von Leukämiezellen auf Temperaturen zwischen 40 und 70 Grad identifizieren. Durch die Hitze begannen die Proteine in den Zellen zu schmelzen. "Jedes der vielen verschiedenen Proteine in einer Zelle hat ein eigenes, charakteristisches Schmelzverhalten", erklärt der Erstautor der Studie, Dr. Mikhail Savitski.

Gibt man dann das jeweilige Krebsmedikament dazu, verbindet es sich mit bestimmten Proteinen und verändert diese. Savitski: "Diese Veränderungen schlagen sich auch im Schmelzverhalten nieder, was wir wiederum messen können." Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler die Effekte eines Medikaments genau erfassen. "Wir hoffen, damit in Zukunft viele Nebenwirkungen erklären oder sogar vorhersagen zu können", sagt Bernhard Küster, Leiter der beteiligten Forschergruppe von der TU München. Dadurch wäre es möglich, Krebsmedikamente von vornherein so zu entwickeln, dass bestimmte Nebenwirkungen wie Nervenstörungen, Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit gar nicht mehr auftreten.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Bauchfett senkt die Lebenserwartung

Das gilt auch für Normalgewichtige, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Mit Raumtemperatur gegen Übergewicht

Ein Wechsel zwischen Kälte und Wärme beeinflusst den Stoffwechsel positiv.

5 Tipps für Wirkstoffpflaster

Ein Apotheker erklärt die Tücken von Nikotin-, Hormon- und Schmerzpflastern.

Ab 50: Sport stärkt das Hirn

Eine Kombination aus Ausdauer- plus Krafttraining scheint günstig zu sein.

Führt Cannabis-Konsum zu Psychosen?

Forscher sind dieser gängigen Annahme auf den Grund gegangen.

Gängige Pille drückt die Stimmung

Eine der häufigsten Wirkstoffkombinationen zur Verhütung scheint die Lebensqualität zu senken.

Herzinfarktform, die eher Jüngere betrifft

Die spontane Koronardissektion tritt häufiger bei Frauen auf.

Ständig laufende Nase durch dreckige Luft

US-Forscher zeigen, welche Prozesse Feinstaub in Nase und Nebenhöhlen auslöst.

Viele Kinder schlafen im Bett der Eltern

Nicht nur Babys: Das setzt sich teilweise bis ins Teenager-Alter fort.

Migräne: Welche Rolle spielt das Gewicht?

Forscher haben analysiert, ob Unter- oder Übergewicht das Risiko erhöht.

Frische Früchte beugen Diabetes vor

Auch Diabetiker profitieren, wenn sie regelmäßig Obst essen.

Vor dem Sport essen oder nicht?

Wer abnehmen möchte, verzichtet vor dem Training besser auf eine Mahlzeit.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Anzeige

Hören Sie noch gut? So erkennen Sie es.

Sivantos HörgeräteUngefähr 14 Millionen Menschen in Deutschland gelten als schwerhörig. Wir sagen Ihnen, welche Anzeichen und Ursachen es für Schwerhörigkeit gibt.

Mehr erfahren

Anzeige

Service

Zum NAI-Gewinnspiel Zum NAI-Portal

Themenspecial: Besser hören

Frau mit Hut im GrünenIm Themenspecial Besser hören nennt aponet.de die besten Tipps und viel Wissenswertes, wie sich Tinnitus und Hörschäden vermeiden lassen und wie man ein schlechtes Gehör ausgleichen kann.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen