Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Die Gene bestimmen, ob Ebola tödlich ist

Aktuelles

Wissenschaftler (rotbrauner Vollbart, braune Haare) im Labor vor Bildschirm

Chris Williams, Wissenschaftler an der University of Washington, bereitet die Versuche im mikrobiologischen Labor vor.
© Brian Donohue

Fr. 31. Oktober 2014

Ebola: Krankheitsverlauf könnte vom Erbgut abhängen

Eine Infektion mit dem Ebola-Virus kann bei verschiedenen Menschen extrem unterschiedlich verlaufen. Während sie für die meisten tödlich endet, erkranken manche nur leicht, andere sogar gar nicht. US-Forscher sind jetzt der Antwort auf die Frage, warum das so ist, vielleicht ein Stück näher gekommen.

Anzeige

Die Gründe dafür könnten im Erbgut liegen, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science. Dies lasse ihre Studie mit Mäusen vermuten, die mit einer für Mäuse gefährlichen Form des westafrikanischen Ebola-Virus infiziert worden waren, so die Forscher. Wurden durch die Infektion Gene aktiviert, die Entzündungen der Blutgefäße und den Zelltod begünstigen, verlief die Krankheit schwer oder sogar tödlich. Bei Überlebenden verzeichneten die Forscher hingegen eine größere Aktivität von Genen, die zur Reparatur von Blutgefäßen und der Produktion von weißen Blutkörperchen beitragen. Die Forscher schließen daraus, dass Erbgutfaktoren der Infizierten eine entscheidende Rolle für die Schwere der Erkrankung spielen. Zusätzlich könnten spezialisierte Leberzellen wichtig sein, die die Vermehrung der Viren beeinflussen und die Infektion im Körper sowie Probleme mit der Blutgerinnung dämpfen.

Schon in früheren Studien hatte sich angedeutet, dass nicht die Viren selbst mehr oder weniger gefährlich sind. Vielmehr reagiere das Immunsystem infizierter Menschen unterschiedlich auf eine Infektion, was die Schwere der Krankheit beeinflusse, so die Forscher. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass es mit Hilfe ihrer speziellen Mäuse schneller möglich sein könnte, Ebola in den Griff zu bekommen. Anders als normale Labormäuse reagierten diese in ähnlicher Weise auf eine Infektion mit dem Ebola-Virus wie Menschen. Damit ließen sich zum Beispiel neue Medikamente oder Impfstoffe besser testen und vielleicht genetische Besonderheiten finden, die zeigen, wer besonders anfällig sei und wer resistent, so die Wissenschaftler.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Anti-Aging-Pille rückt in greifbare Nähe

Der Wirkstoff soll altersbedingte DNA-Schäden reparieren.

Empathie dämmt Krankheiten ein

Forscher haben untersucht, wie sich die Ausbreitung von Infekten stoppen lässt.

Tiefe Hirnstimulation lindert Depressionen

Die Therapie zeigt bei schweren, bislang nicht behandelbaren Depressionen gute Erfolge.

Teetrinken schützt vor geistigem Abbau

Wer täglich eine Tasse trinkt, senkt sein Risiko für Demenz deutlich.

Tumore erhöhen das Thrombose-Risiko

Forscher sind der Ursache für diese häufige Komplikation auf den Grund gegangen.

Lässt sich Diabetes rückgängig machen?

Eine Kombination aus drei Maßnahmen könnte das Fortschreiten der Zuckerkrankheit aufhalten.

Herzstillstand durch Schmerzmittel?

Diclofenac und Ibuprofen erhöhen das Risiko deutlich, wie eine neue Studie zeigt.

Kinder verlängern das Leben

Für ein Elternteil gilt das offenbar besonders, wie eine neue Studie zeigt.

Mobbing hat Folgen für die Gesundheit

Psychischer Stress im Kindesalter erhöht das Risiko für diverse Krankheiten.

Wie viel Sonne braucht der Körper?

Forscher haben ermittelt, wie viel Sonne nötig ist, um genug Vitamin D zu bilden, ohne dabei die Haut zu schädigen.

Trauer hat viele Gesichter

Welche Gefühle bei Hinterbliebenen dominieren, hängt von zwei Faktoren ab.

7 Rücken-Tipps für den Arbeitsalltag

Das Patentrezept lautet: mehr Bewegung. Wie das klappt, lesen Sie hier.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen