Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Mögliche Alternative zu Antibiotika

Aktuelles

Laborszene: Dunkelhaarige Laborantin, Mundschutz, blaue Schutzhandschuhe, beim Pipettieren

Forscher haben eine Substanz entwickelt, die Bakterien-Giftstoffe abfängt und neutralisiert.
© chagin - Fotolia

Di. 04. November 2014

Forscher entwickeln Antibiotika-Alternative

Die Behandlung bakterieller Infektionen wird zunehmend schwieriger, da immer mehr der Keime gegen Antibiotika resistent sind. Schweizer Wissenschaftler haben jetzt eine mögliche Alternative zu gängigen Antibiotika entwickelt. Sie beseitigt nicht die Bakterien selbst, sondern nur ihr Gift. Der Vorteil: Resistenzen entstehen dabei nicht.

Anzeige

Bei der neuen Substanz, die von den Wissenschaftlern Eduard Babiychuk und Annette Draeger von der Universität Bern entwickelt wurde, handelt es sich um künstlich hergestellte, kleinste Teilchen, sogenannte Nanopartikel. Diese bestehen im aktuellen Fall aus Lipiden, Fetten, und werden als Liposomen bezeichnet. Die Liposomen haben eine kugelförmige Struktur und werden in der Medizin dazu genutzt, bestimmte Medikamente in den Körper von Patienten zu schleusen. Die Forscher haben die Liposomen nun so konstruiert, dass sie Bakterientoxine, also die Giftstoffe, die von Bakterien freigesetzt werden, abfangen und neutralisieren. "Wir haben einen für die Giftstoffe unwiderstehlichen Köder hergestellt", sagt Babiychuk. Ohne die Toxine sind die Bakterien wehrlos und können von den Immunzellen des Körpers eliminiert werden, erläutert der Wissenschaftler.

Das große Plus der neuen Bekämpfungsmethode: Die Bakterien werden durch die neue Substanz nicht direkt angegriffen. Lediglich die Waffe der Bakterien, der Giftstoff, wird unschädlich gemacht. Die Entstehung von Resistenzen werde so nicht gefördert, schreiben die Forscher.

In Versuchen mit Mäusen hat sich die neue Substanz bereits bewährt. Labormäuse, die mit dem neuartigen Wirkstoff behandelt wurden, überlebten eine sonst tödlich verlaufende Blutvergiftung, ohne dass sie zusätzlich noch mit Antibiotika behandelt wurden. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Nature Biotechnology nachzulesen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Lügensignale können trügen

Körpersignale, die auf Lügen hindeuten können, sind weit weniger eindeutig als oft gedacht.

5 Punkte, die vor Darmkrebs schützen

Jeder kann sein Darmkrebsrisiko senken, indem er auf einen gesunden Lebensstil achtet.

Kinder: Einmal dick, immer dick?

Kinder, die mit 3 Jahren schon zu viel wiegen, werden später nicht mehr schlank.

Kommt ein Mittel gegen Zöliakie?

Schon bald könnte es ein Präparat geben, das bei Glutenunverträglichkeit hilft.

Psyche: Macht die Uni krank?

Viele Studenten sind gestresst und erschöpft. Frauen leiden besonders unter dem wachsenden Druck.

Diese 5 Lebensmittel senken den Blutzucker

Gewisse Lebensmittel und Gewürze halten den Blutzucker in Schach.

Fluorchinolone bergen große Risiken

Gewisse Antibiotika können schwere und langanhaltende Nebenwirkungen verursachen.

Fibromyalgie: Was ist die Ursache?

Entzündungen im Gehirn könnten für die Schmerzkrankheit verantwortlich sein.

Sterben oder mit HIV leben?

In Südafrika standen Ärzte vor der Entscheidung, einem todkranken Kind die Leber der HIV-positiven Mutter zu übertragen.

Jede zweite Frau erkrankt neurologisch

Demenz, Parkinson oder Schlaganfall: Eine dieser Krankheiten trifft die Hälfte aller Frauen.

Milchprotein hilft bei Chemotherapie

Lactoferrin mildert den metallischen Geschmack, der oft Nebenwirkung einer Chemo ist.

Warum Frauen in die Menopause kommen

Forscher haben eine neue Theorie dazu entwickelt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen