Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Was Schüler am stärksten stresst

Aktuelles

Schülerin, ca. 8 Jahre, Profilbild, Pferdeschwanz und rot geringelter Pulli, liest konzentrirt im Klassenraum von einem Blatt

Schüler fühlen sich offenbar weniger unter Druck, wenn sie Aufgaben bearbeiten, die problemlösendes Denken erfordern.
© mauritius images

Mi. 12. November 2014

Was Schüler am stärksten stresst

Was setzt Schüler am meisten unter Druck? Und entspricht der gemessene Stresspegel dem gefühlten Stressgefühl? Diesen Fragen ging Dr. Nina Minkley von der Ruhr-Universität Bochum nach und kam zu erstaunlichen Ergebnissen.

Anzeige

Für Schüler scheint es demnach besonders stressig zu sein, gelerntes Wissen wie bei einem Vokabeltest einfach abzurufen. Weniger unter Druck fühlen sie sich, wenn sie Aufgaben bearbeiten, die problemlösendes Denken erfordern. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Schüler in einem Test einen eigenen Lösungsansatz entwickeln oder ihr Wissen auf eine neue Situation übertragen müssen, erläutert die Forscherin im Wissenschaftsmagazin RUBIN der Ruhr-Universität Bochum. Entgegen ihrer Erwartung stieg die Menge des Stresshormons Cortisol beim reinen Abrufen von Wissen stärker an als beim Lösen komplexer Aufgaben. Die Wissenschaftlerin hatte entsprechende 10-minütige Wissenstests konzipiert und die Cortisol-Menge im Speichel von Oberstufenschülern vor und nach den Tests gemessen.

In einem weiteren Versuch zeigte sich, dass die Einschätzung des eigenen Könnens einen deutlichen Einfluss auf den Stresspegel hat. Je schlechter die Schüler ihre Biologiekenntnisse einschätzten, desto stärker stieg durch einen Test die Menge des Stresshormons an, so die Wissenschaftlerin. Keinen Einfluss hatte die Selbsteinschätzung hingegen auf das subjektive Stressgefühl. Cortisolspiegel und gefühlter Stress müssen also nicht zwingend übereinstimmen. Schon in früheren Studien hatte sich gezeigt, dass sich eine Person gestresst fühlen, aber trotzdem einen niedrigen Cortisonlevel aufweisen kann, und umgekehrt. "Natürlich sollten Schüler sich nicht übermäßig gestresst fühlen", so die Forscherin. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel, ohne dass man sich gestresst fühle, sei jedoch ebenfalls negativ. Schließlich wirke das Hormon auf eine ganze Reihe von Körperprozessen und könne auf Dauer chronische Erkrankungen begünstigen.

RUB/HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Teenager: Machen Videospiele dick?

Forscher sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.

Tropische Zecken haben überwintert

Die Hyalomma-Zecke wurde in den vergangenen Tagen wieder in Deutschland gesichtet.

Wenig Obst und Gemüse macht krank

Falsche Ernährung könnte jährlich für Millionen Todesfälle verantwortlich sein.

DNA-Roboter bekämpfen Brustkrebs

Die Nanoroboter sind dazu in der Lage, Brustkrebszellen im Körper abzutöten.

Ist die menschliche Ausdauer begrenzt?

Eine Studie zeigt, warum Sportler nicht ständig neue Rekorde brechen können.

Alzheimer vorbeugen durch Zähneputzen

Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen Alzheimer und Zahnfleischerkrankungen.

Gewebepflaster für Herzerkrankungen?

Forscher haben künstliches Herzgewebe erfolgreich an Tieren getestet.

Riskant: Arzneimittel und Alkohol

Die Kombination führt immer häufiger zu Notaufnahmen, vor allem bei Personen über 40.

Höhere Bildung, niedriger Blutdruck

Je höher die Schulbildung, desto geringer sind oft auch Körpergewicht und Blutdruck.

Energy Drinks - ein Gesundheitsrisiko?

Das BfR warnt Kinder und Jugendliche vor dem Konsum großer Mengen an Energy Drinks.

So wichtig ist gesundes Essen im Job

Es lohnt sich, auch während der Arbeitszeit auf das Essverhalten zu achten.

Tagsüber fasten gegen Übergewicht

Fasten wie im Ramadan könnte helfen, überschüssige Pfunde abzubauen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen