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Verschiedene Lebensmittel (Schinkenröllchen, gemischter Salat mit Oliven, Dessert mit Heidelbeeren, Käsewürfel) in Styroporschalen oder Plastiktüten

Die Testmahlzeiten in der Studie enthielten immer dieselbe Kalorienzahl pro Tag.
© Ohio State University

Sa. 22. November 2014

Fett oder Kohlenhydrate: Was treibt die Blutfette hoch?

Was ist nun eigentlich ungesund – zu viel Fett oder zu viele Kohlenhydrate? Über die Frage, welche Nahrungskomponente der wahre Sündenbock für ein erhöhtes Erkrankungsrisiko ist, streiten sich die Geister. Eine Studie aus den USA lässt nun vermuten, dass gesättigte Fette vielleicht zu Unrecht verdächtigt werden.

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In der Studie hatte sich gezeigt, dass eine Verdoppelung von gesättigten Fetten in der Ernährung nicht die Gesamtmenge an gesättigten Fetten im Blut erhöhte. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass gesättigte Fette, die verzehrt werden, nicht zwingend im Körper als gesättigte Fette gespeichert werden. Dieses Ergebnis stehe der herrschenden Lehrmeinung entgegen, die das gesättigte Fett in der Nahrung verteufelt, sagte Senior-Autor Jeff Volek von der The Ohio State University. "Wenn der Körper nur wenig Kohlenhydrate bekommt, verbrennt er bevorzugt gesättigte Fettsäuren, erklärt Volek den Zusammenhang. Nahm dagegen der Anteil an Kohlenhydraten in der Ernährung zu, stieg die Menge einer speziellen ungesättigten Fettsäure, der Palmitoleinsäure, im Blut immer mehr an. Erhöhte Werte dieser Fettsäure stünden mit Übergewicht und einem gesteigerten Diabetes-Risiko in Zusammenhang, berichten die Forscher in der Online-Fachzeitschrift PLOS ONE.

"Die Menschen glauben ‚du bist, was du isst‘, doch in Wirklichkeit müsste es heißen, ‚du bist, was du von dem, was du isst, speicherst‘", präzisiert Volek. In erster Linie speichere der Körper nicht das gesättigte Fett. Die Stellschraube sei vielmehr der Gehalt an Kohlenhydraten in der Nahrung. Voleks Ansicht nach sei es der Gesundheit zuliebe sinnvoller, an Kohlenhydrate im Essen zu sparen als an Fett. Da seine Studie nur wenige Teilnehmer aufwies, können diese Ergebnisse jedoch nur ein Denkanstoß für weitere Forschungen sein. Für die Studie hatten 16 Testpersonen mit metabolischem Syndrom zunächst über drei Wochen eine kohlenhydratarme Diät befolgt. Anschließend steigerten die Wissenschaftler alle drei Wochen die Kohlenhydratmenge und senkten den Gehalt an gesättigtem Fett in den Testmahlzeiten, wobei die Gesamtkalorien pro Tag gleich blieben.

HH

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