Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Totgeburten bei Jungen viel häufiger

Aktuelles

Vier Kleinkinder in farbenfroher Kleidung auf Krabbeldecke sitzend mit verschiedenen ein Mädchen beißt in Orange, ein Junge in Apfel, andere Gegenstände auf der Decke

Forscher haben über 30 Millionen Geburten weltweit analysiert.
© 2xSamara.com - Fotolia

Do. 27. November 2014

Totgeburten bei Jungen viel häufiger

Trotz des medizinischen Fortschritts in der Geburtshilfe gibt es immer wieder Totgeburten. Bei der Analyse vieler Millionen Entbindungen fanden britische Forscher jetzt heraus, dass Totgeburten weitaus häufiger bei männlichen Babys vorkommen als bei weiblichen.

Anzeige

Das Risiko einer Totgeburt liege bei Jungen um zehn Prozent höher als bei Mädchen, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift BMJ Medicine. Dies entspreche weltweit etwa 100.000 männlichen Babys pro Jahr. Das erklärten die Forscher nach der Analyse von Daten von mehr als 30 Millionen Geburten auf dem gesamten Globus im Fachjournal BMC Medicine. Wie Studienleiterin Dr. Fiona Mathews von der University of Exeter berichtet, machte es keinen Unterschied, ob es sich dabei um reichere oder ärmere Länder handelte. Obwohl in Ländern mit hohem Einkommen weniger Babys tot geboren werden als in ärmeren Ländern, änderte sich an der Verteilung nichts. Die einzigen Ausnahmen seien China und Indien, in denen Abtreibungen aufgrund des Geschlechts ein bekanntes Problem seien, so Mathews.

Die Forscher hoffen nun, dass ihre Ergebnisse dabei helfen könnten, eine Erklärung dafür zu finden, warum manche Schwangerschaften schiefgehen. Bei immerhin einem Viertel der Totgeburten sei die Ursache unbekannt. Bei den übrigen würden häufig Auffälligkeiten bei der Plazenta festgestellt, doch warum diese auftreten, liege oft ebenfalls im Dunkeln. Denkbar für den Unterschied zwischen Mädchen und Jungen wäre, dass es Entwicklungsunterschiede bei Wachstum und Funktion der Plazenta gebe oder dass männlichen Föten sensibler auf Umgebungsfaktoren der Mutter reagieren, zum Beispiel Übergewicht, Rauchen, fortgeschrittenes Alter oder soziale Benachteiligung. Finde man den Grund, warum bei männlichen Babys das Risiko für eine Totgeburt größer ist, könnte dies ein erster Schritt in Richtung Prävention sein, so die Wissenschaftler.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Pille beeinflusst Lust auf Sex

Gewisse Hormonzusammensetzungen wirken sich auf das sexuelle Verlangen aus.

Optimistische Frauen leben länger

Eine positive Einstellung macht das Leben nicht nur leichter, sondern auch länger.

Alter beeinflusst Nährstoffe im Blut

Nicht nur die Ernährung beeinflusst, wie gut wir mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt sind.

Blutdruck-Messung beim Arzt oft verzerrt

Offenbar werden zu hohe Werte in der Arztpraxis nicht immer erkannt.

Diese 3 Sportarten verlängern das Leben

Einige Sportarten wirken sich positiver auf die Gesundheit aus als andere.

ASS: Risiken werden überschätzt

Der schützende Effekt des Wirkstoffs auf Krebs und Herzkrankheiten überwiegt.

Zu viel giftiges Blei in Modeschmuck

Verbraucherschützer haben Modeschmuck, Lebensmittel und Waschmittel unter die Lupe genommen.

Cannabis verringert die Hirndurchblutung

Forscher warnen, dass dies die Gefahr für Alzheimer erhöhen könnte.

Lebenserwartung bei Krebs ist gestiegen

Trotzdem ist Krebs nach wie vor die zweithäufigste Todesursache.

Frauen fürchten, dass die Pille dick macht

Viele verwenden stattdessen weniger sichere Methoden zur Verhütung.

Erst Depression, dann kranker Magen

Seelische und körperliche Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.

Warum Aspartam das Abnehmen erschwert

Der Süßstoff ist kalorienfrei, beeinflusst im Tierversuch aber den Stoffwechsel.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen