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Mann in den 30ern, lachend, im Rollstuhl an einer Fensterfront mit Blick in den Garten

Für Menschen, die in Folge einer Rückenmarksverletzung keine Kontrolle mehr über ihre Blase haben, wäre es bereits ein außergewöhnlicher Fortschritt, diese wiederzuerlangen.
© Nagel's Blickwinkel - Fotolia

Do. 04. Dezember 2014

Neue Hoffnung für Querschnittsgelähmte

Ein unglücklicher Unfall beim Skifahren, ein Sturz von der Leiter oder ein Verkehrsunfall: Kommt es zu einer Rückenmarksverletzung, ist oft eine lebenslängliche Querschnittslähmung die Folge. Anlass zur Hoffnung gibt jetzt eine neue Studie, in der Forscher einen speziell entwickelten Stoff an Ratten erfolgreich getestet haben.

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Wurde der aus Aminosäuren aufgebaute Stoff, ein sogenanntes Peptid, Ratten mit Rückenmarksverletzungen gespritzt, versetzte dies 80 Prozent der Tiere in die Lage, einige der gelähmten Muskeln wieder zu aktivieren. Wie das internationale Forscherteam in der Fachzeitschrift Nature berichtet, konnten 21 von 26 Tieren wieder die Blase kontrollieren, sich bewegen oder sogar beides.

Direkt nach einer Verletzung des Zentralnervensystems sammeln sich bestimmte Stoffe im Narbengewebe an, die eine Art Barriere bilden und so die Wiederherstellung alter und Bildung neuer Nervenverbindungen behindern, erläutern die Forscher. So bleiben Nervenverbindungen getrennt, die sonst Informationen in Form von elektrischen Impulsen weiterleiten würden, die für die Kontrolle von Körperfunktionen eine Rolle spielen. Das von den Wissenschaftlern entwickelte Peptid scheine es Nervenfasern nun zu ermöglichen, die blockierenden Vernarbungen zu überwinden.

"Jedes der 21 Tiere hat einen Teil seiner Körperfunktionen wiedererlangt", sagt Studienautor Dr. Jerry Silver von der Case Western Reserve University in Cleveland, USA. Für egal welchen Patienten mit Rückenmarksverletzung wäre ein solcher Fortschritt derzeit außergewöhnlich, insbesondere wenn es um die Fähigkeit gehe, die Blase zu kontrollieren, so der Neurowissenschaftler. In weiteren Versuchen wollen die Forscher nun testen, warum sich die Peptid-Therapie bei verschiedenen Tieren unterschiedlich auswirkte und ob das Peptid auch bei Herzinfarkt, Verletzungen des peripheren Nervensystems oder Multipler Sklerose, die ebenfalls mit Narbenbildung einhergehen, helfen könnte.

HH

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