Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Reis könnte Cholera-Therapie verbessern

Aktuelles

Braune Hand voller Reiskörner

Stärke aus Reis scheint eine bessere Zutat für die Trinklösung, die gegen Cholera zum Einsatz kommt, zu sein als die bislang verwendete Glukose.
© Gajus - Fotolia

Fr. 05. Dezember 2014

Reis könnte die Therapie von Cholera verbessern

Bisher ist es gängig, Cholera-Kranke während der Dauer ihrer Erkrankung mit einer Trinklösung bestehend aus Wasser, Salzen und dem Zucker Glukose zu behandeln. Die Rezeptur funktioniere zwar recht gut, berichten Schweizer Forscher. Mit Reis, genauer gesagt der im Reis enthaltenen Reisstärke, könnte sie aber noch besser sein.

Anzeige

Das Problem mit der Glukose: Sie nutze leider nicht nur den kranken Menschen, sondern diene auch als Futter für den Cholera-Erreger, das Bakterium Vibrio Cholerae, schreiben die Forscher im Fachblatt PLOS Neglected Tropical Diseases. In Laborversuchen konnten sie bestätigen, dass, wenn die Bakterien Glukose konsumieren, sich die Aktivität von Genen erhöht, die für die Bildung giftiger Stoffe verantwortlich sind.

Um zu sehen, wie sich unterschiedliche Zuckerverbindungen auf die Gift-produzierenden Bakteriengene auswirken, hatten die Forscher Cholera-Erreger in Gegenwart verschiedener Zucker wie Glukose oder Saccharose sowie in Anwesenheit von Stärke aus Kartoffeln oder Reis wachsen lassen. Das Ergebnis: Während die Aktivität der Gift-Gene in Anwesenheit von Glukose zunahm, sank sie um fast 75 Prozent ab, wenn lediglich Reisstärke als Nahrungsgrundlage vorhanden war. Glukose, so die Befürchtung der Wissenschaftler von der Ecole Polytechnique Fédérale in Lausanne, könnte demnach die Krankheit also sogar noch verschlimmern. Reisstärke könnte dagegen eine Alternative sein.

Trinklösungen, mit denen der Verlust an Wasser und Nährstoffen ausgeglichen wird, sind bei Krankheiten wie Cholera essenziell. Bei Cholera infiziert der Erreger den Dünndarm, was mit schweren Durchfällen und Erbrechen einhergeht. Bleibt die Krankheit unbehandelt, können Dehydrierung und Tod die Folgen sein.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Erziehung beeinflusst Kinder mehr als Gene

Die Eltern haben einen großen Einfluss auf das soziale Verhalten ihrer Kinder.

Sport kurbelt den Stoffwechsel an

Dieser Effekt hält sogar mehrere Tage an, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Vorhofflimmern durch zu viel Salz?

Zu viel Salz im Essen erhöht nicht nur den Blutdruck, wie eine neue Studie zeigt.

Warum Patienten ihren Arzt anlügen

Viele Patienten wollen, dass ihr Arzt eine gute Meinung von ihnen hat.

Kampf gegen HIV noch lange nicht am Ende

Der Kampf gegen HIV verläuft in Europa nicht ganz so erfolgreich, wie geplant.

Mehr ADHS-Diagnosen bei Sommer-Kindern

Ein zu früher Schulstart führt bei Kindern häufig zu ADHS-Fehldiagnosen.

E-Zigaretten: Werbung verführt zum Rauchen

Werbeplakate und Fernsehspots beeinflussen Jugendliche stärker, als bislang gedacht.

Männer: Spielsucht verändert Gehirn

Zwanghaftes Zocken verändert bei Männern offenbar die Hirnaktivität.

Depression: Viele Paare trennen sich

Die Erkrankung belastet auch den Partner und die Familie des Betroffenen.

Übergewicht sorgt bei Kindern für Asthma

Starkes Übergewicht ist ein großer Risikofaktor für Asthma bei Kindern.

Diabetes: Fruktose nicht gleich Fruktose

Fruchtzucker, der in Getränken steckt, erhöht das Diabetes-Risiko besonders.

Vorstellungskraft hilft, Ängste zu überwinden

Sich eine Bedrohung im Geiste genau vorzustellen, lässt sie kleiner werden.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen