Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Parkinson: Spielt die Darmflora eine Rolle?

Aktuelles

Mann probiert Essen aus dem Kochtopf.

Wie die Darmflora zusammengesetzt ist, wird auch von den Nahrungsmitteln beeinflusst.
© Robert Kneschke - Fotolia

Fr. 12. Dezember 2014

Parkinson: Welche Rolle spielt die Darmflora?

Der Darm und die in ihm lebenden Darmbakterien können die Gesundheit beeinflussen und umgekehrt. Finnische Forscher fanden jetzt heraus, dass offenbar auch bei der Nervenkrankheit Parkinson eine veränderte Darmflora vorliegt.

Anzeige

"Unsere wichtigste Beobachtung ist, dass bei Patienten mit Parkinson wesentlich weniger Bakterien aus der Familie der Prevotellaceae anzutreffen sind", sagt der Neurologe Filip Scheperjans vom Universitätskrankenhaus in Helsinki. Anders als in der Kontrollgruppe habe in seiner Studie fast keiner der untersuchten Parkinson-Patienten größere Mengen dieser Bakterien im Darm beherbergt, so das Ergebnis, das der Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen in der Fachzeitschrift Movement Disorders veröffentlichte. Darüber hinaus fand das Forscherteam noch eine weitere Verbindung zwischen der auch Morbus Parkinson oder Schüttellähmung genannten Krankheit und einer speziellen Bakterienfamilie, den sogenannten Enterobacteriaceae. Je mehr dieser Bakterien bei Patienten nachweisbar waren, desto stärker machte sich die Krankheit mit Gleichgewichts- und Gehproblemen bemerkbar.

Welcher Art genau die gefundene Beziehung zwischen Darmbakterien und Parkinson ist, können die Forscher noch nicht beantworten. So könnte das Fehlen der Prevotellaceae bedeuten, dass diese Bakterien einen schützenden Einfluss haben, schreiben die Forscher. Das veränderte Gleichgewicht in der Gemeinschaft der Darmbewohner könnte jedoch auch eine Folge der Krankheit sein und somit zum Krankheitsbild gehören. "Im Moment sind wir dabei, die Studienteilnehmer noch einmal zu untersuchen, um herauszufinden, ob die Veränderungen der Darmflora dauerhaft sind und ob die veränderte Zusammensetzung der Bakterien mit einem Fortschreiten der Krankheit in Verbindung steht", sagt Scheperjans.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Epilepsie: Anfallsrisiko ist wetterabhängig

Sommerliche Temperaturen sind für Epileptiker offenbar ideal.

Fettleber nicht nur durch Alkohol

Übergewicht und wenig Bewegung sind ebenfalls Risikofaktoren.

Medikamente bringen das Herz aus dem Takt

Einige Wirkstoffe können zu gefährlichen Herzrhythmusstörung führen.

Herzschwäche: Auf das Gewicht achten

Zeigt die Waage plötzlich mehr an, kann das auf eine schlechtere Herzfunktion hinweisen.

Italien erlässt Gesetz zur Impfpflicht

Kinder sollen obligatorisch gegen 12 Infektionskrankheiten geimpft werden.

Schwanger dank Röntgenuntersuchung?

Eine spezielle Untersuchung könnte Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen.

Täglich ein Wasser statt Limo hält schlank

Damit lässt sich das Risiko für Übergewicht deutlich reduzieren.

Jeden Tag sterben 3000 Jugendliche

Verkehrsunfall, Selbstmord, Gewalt: Die Ursachen sind sehr oft vermeidbar.

Verhütung mit pflanzlichen Stoffen?

Eine Kombination aus zwei Wirkstoffen ist in der Lage, Spermien auszubremsen.

Europa: Wer trinkt am meisten Alkohol?

Forscher haben eine Übersichtsstudie zum Alkoholkonsum erstellt.

Zink-Tabletten verkürzen Erkältung

Dazu muss das Spurenelement bei den ersten Krankheitszeichen eingenommen werden.

Arthroskopie: Tabu bei Knieproblemen?

Die Operation bringt offenbar keinen Nutzen, hat dafür aber Risiken.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen