Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Erfolgreiche "Prionen-Impfung" bei Hirschen

Aktuelles

Hirsch auf Waldlichtung in Dämmerung

In einer kleinen Studie mit Hirschen zeigte eine Impfung gegen Prionen Erfolg.
© arturas kerdokas - Fotolia

Mo. 22. Dezember 2014

Bei Hirschen: Impfung gegen BSE-ähnliche Krankheit zeigt Erfolg

Vor gut 20 Jahren versetzte der Rinderwahnsinn viele Menschen in Angst und Schrecken. Nun ist es US-Forschern gelungen, eine Impfung zu entwickeln, die Hirsche vor einer ähnlichen Hirnkrankheit schützen konnte. Das lässt auch für Prionen-Erkrankungen des Menschen hoffen.

Anzeige

Mit der neuen Impfung sei es gelungen, Hirsche erfolgreich gegen die Chronic Wasting Disease (CWD, übersetzt chronische Auszehrungskrankheit) zu impfen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Vaccine. Bei der CWD handelt es sich um eine Hirnkrankheit, die vermutlich durch Prionen verursacht wird. Dies sind infektiöse Eiweiße. Es wird vermutet, dass Prionen auch andere, ähnliche Krankheiten zum Beispiel BSE, besser bekannt als Rinderwahnsinn, verursachen.

Dank der neuen Erkenntnisse könnte auch ein Schutz vor Prionen-Erkrankungen des Menschen in greifbare Nähe rücken, hoffen die Forscher. Zu Krankheiten, bei denen eine Beteiligung von Prionen vermutet wird, zählen die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, aber auch andere seltene Hirnerkrankungen wie Kuru oder die tödliche familiäre Insomnie. Selbst bei Alzheimer, so die Forscher, hätten manche Studien einen Zusammenhang mit prionen-ähnlichen Infektionen gezeigt. "Jetzt, wo wir herausgefunden haben, dass ein Schutz vor Prionen-Infektionen bei Tieren möglich ist, könnte dies auch für Menschen machbar werden", sagt Professor Thomas Wisniewski, der die Impfung mit entwickelt hat.

In einer kleinen Studie hatten Wisniewski und sein Team fünf Hirschen den neuen Impfstoff verabreicht, während sechs Tiere eine Scheinimpfung erhielten. In der Folge wurden alle Hirsche mit Prionen infiziertem Hirngewebe ausgesetzt. Im Beobachtungszeitraum von zwei Jahren zeigte sich, dass ausnahmslos alle Hirsche ohne Impfung an CWD erkrankten. In der Impfgruppe blieb ein Hirsch dagegen gesund und die anderen vier infizierten sich zwar ebenfalls, es dauerte jedoch deutlich länger als bei den Tieren ohne Impfung.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Epilepsie: Anfallsrisiko ist wetterabhängig

Sommerliche Temperaturen sind für Epileptiker offenbar ideal.

Fettleber nicht nur durch Alkohol

Übergewicht und wenig Bewegung sind ebenfalls Risikofaktoren.

Medikamente bringen das Herz aus dem Takt

Einige Wirkstoffe können zu gefährlichen Herzrhythmusstörung führen.

Herzschwäche: Auf das Gewicht achten

Zeigt die Waage plötzlich mehr an, kann das auf eine schlechtere Herzfunktion hinweisen.

Italien erlässt Gesetz zur Impfpflicht

Kinder sollen obligatorisch gegen 12 Infektionskrankheiten geimpft werden.

Schwanger dank Röntgenuntersuchung?

Eine spezielle Untersuchung könnte Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen.

Täglich ein Wasser statt Limo hält schlank

Damit lässt sich das Risiko für Übergewicht deutlich reduzieren.

Jeden Tag sterben 3000 Jugendliche

Verkehrsunfall, Selbstmord, Gewalt: Die Ursachen sind sehr oft vermeidbar.

Verhütung mit pflanzlichen Stoffen?

Eine Kombination aus zwei Wirkstoffen ist in der Lage, Spermien auszubremsen.

Europa: Wer trinkt am meisten Alkohol?

Forscher haben eine Übersichtsstudie zum Alkoholkonsum erstellt.

Zink-Tabletten verkürzen Erkältung

Dazu muss das Spurenelement bei den ersten Krankheitszeichen eingenommen werden.

Arthroskopie: Tabu bei Knieproblemen?

Die Operation bringt offenbar keinen Nutzen, hat dafür aber Risiken.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen