Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Ein Alkohol-Filmriss ist kein harmloser Spaß

Aktuelles

Junge Erwachsene, betrunken: Frau (weiß, rothaarig) auf Ledercouch liegend, Mann (schwarz, mit Hütchen) am Boden davor. Frau hat volle Flasche in der Hand, leere Flasche liegt am Boden

Ab dem Alter von 15 Jahren bis zu den Mitte-Zwanzigern sind junge Menschen besonders gefährdet, viel zu trinken.
© innovated Captures - Fotolia

Mo. 29. Dezember 2014

Alkohol-Filmriss: kein harmloser Spaß

Am Silvesterabend werden wieder viele Deutsche über den betrunkenen Butler James in dem britischen Sketch "Dinner for One" lachen. Was in dem Stück für Heiterkeit sorgt, ist im realen Leben weniger lustig. Viel zu trinken, unter Umständen bis zum Filmriss, ist kein Witz, warnen US-Forscher.

Anzeige

Ab dem Alter von 15 Jahren bis zu den Mitte-Zwanzigern seien junge Menschen gefährdet, besonders viel zu trinken und Alkoholprobleme zu entwickeln, so die Forscher um Marc A. Schuckit von der University of California in San Diego. Indem sie die alkoholische Laufbahn von 1.400 britischen Jugendlichen verfolgten, fanden die Forscher heraus, wer besonders gefährdet ist und dass sich Jugendliche, die häufig bis zum Blackout trinken, bestimmte Charakteristika teilen.

Die Forscher ermittelten, wie häufig Blackouts im Alter von 15, 16, 18 und 19 Jahren auftraten, und konnten vier verschiedene Laufbahnen identifizieren. Nur 5 Prozent der Jugendlichen hatten zu keiner Zeit einen Filmriss, bei fast einem Drittel nahm die Zahl der Blackouts mit steigendem Alter rapide zu, bei 45 Prozent geschah dies langsam. In die vierte Gruppe, die von Blackouts in jedem Altersabschnitt berichteten, fielen etwa 20 Prozent der Jugendlichen. Dies traf häufiger auf 15-jährige Mädchen zu, die insgesamt größere Mengen tranken, rauchten, eher impulsiv waren und mehr Gleichaltrige in ihrem Umfeld hatten, die Drogen nahmen.

Gefährlich sind nicht nur die direkten Auswirkungen des Alkohols. "Wer einen Filmriss hat, kann sich an Teile des Abends nicht mehr erinnern", sagt Schuckit. Dies ziehe andere Gefahren nach sich. Frauen hätten eher ungeschützten Sex, gerieten eher in eine Situation, in der sie vergewaltigt werden können, oder könnten sich nicht mehr selbst schützen, so der Psychologe. Männer können in Prügeleien verwickelt werden, das Urteilsvermögen kann beeinträchtigt sein und sie seien eher die Fahrer, wenn es zu alkoholbedingten Unfällen komme.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Statine schützen vor Thrombose

Die Cholesterinsenker zeigen interessante "Nebenwirkungen".

Stress im Job erhöht Krebsrisiko

Auswirkungen zeigen sich jedoch erst nach einer bestimmten Zahl von Jahren.

Interessante Theorie zur Arteriosklerose

Deutscher Herzchirurg stellt die bisherige Lehrmeinung infrage.

Feinstaub kann Viren wecken

Nanopartikel aus Abgasen reaktivieren Krankheitserreger im Lungengewebe.

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Hörverlust durch Eisenmangel?

Ein Mangel kann zu Blutarmut führen und weitreichende Folgen haben.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen