Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Krebs: Ursache ist oft der Zufall

Aktuelles

Erwachsene Krebspatientin mit Kopftuch mit Freundin

Viele Krebsarten entstehen zufällig durch Mutationen während der Zellteilung.
© JPC-PROD - Fotolia

Mi. 07. Januar 2015

Krebs: Ursache ist oft der Zufall

Auf 22 von 31 Krebsarten haben individueller Lebensstil, Umwelteinflüsse und genetische Veranlagung kaum einen Einfluss. Sie entstehen vielmehr zufällig durch Mutationen während der Zellteilung. Das errechneten US-Forscher mittels eines mathematischen Modells.

Anzeige

Die Wissenschaftler vom Johns Hopkins-Kimmel-Krebszentrum in Baltimore verglichen die Krebsraten in verschiedenen Organen mit den Zellteilungsraten derselben. Dabei fanden der Krebsforscher Bert Vogelstein und der Biostatistiker Christian Tomasetti heraus, dass das Risiko, im Laufe des Lebens an einer bestimmten Krebsart zu erkranken, mit der Zahl der Zellteilungen des entsprechenden Gewebes steigt. Bei jeder Zellteilung könnten völlig zufällig Mutationen auftreten, die Krebs auslösen können.

So sei eine Krebserkrankung des Dickdarms zum Beispiel viel häufiger als ein Tumor des Dünndarms. Den Grund sehen die Forscher in der unterschiedlichen Anzahl von Stammzellen. Diese Zellen gelten in den meisten Fällen als Ausgangspunkt für Tumorwachstum, da sie das Gewebe erneuern können und sich die Fähigkeit zur Zellteilung bewahrt haben. Im Dünndarm sei die Zahl und Teilungsbereitschaft von Stammzellen wesentlich geringer. Das erkläre außerdem, warum beispielsweise Krebserkrankungen an Knorpel oder Knochen eher selten sind. Dort gebe es die wenigsten sich teilenden Stammzellen.

Nur 5 bis 10 Prozent der Krebsfälle hätten eine erbliche Komponente, so Tomasetti und Vogelstein. Und nur für neun Krebsarten sei der individuelle Lebensstil ausschlaggebend. "Es handelt sich um genau die Krebsarten, von denen man dies erwartet", so Vogelstein. Dazu gehörten Hautkrebs und Lungenkrebs. Wer trotz jahrelangen Rauchens und erhöhter UV-Strahlung nicht an Krebs erkrankt, habe wohl einfach Glück.

PZ/KE

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Nüchtern zum Blutabnehmen?

Zur Bestimmung der Blutfettwerte ist es nicht nötig, auf das Frühstück zu verzichten.

Rauchstopp schützt vor Blasenkrebs

Tabak ist der Hauptrisikofaktor für Blasenkrebs. Ein Urologe erklärt, warum das so ist.

Ärzte können Tinnitus erstmals messen

Mithilfe einer neuen Technologie lässt sich die Krankheit und ihr Schweregrad objektiv messen.

Besser schlafen mit Alkohol? Im Gegenteil

Wer vor dem Zubettgehen Alkohol trinkt, schläft deutlich schlechter und wacht häufiger auf.

Protein-Shakes lassen Fett schmelzen

Forscher haben untersucht, ob sich eiweißhaltige Shakes zum Abnehmen eignen.

Erhöhen Eier das Risiko für Diabetes?

Mehr als ein Ei pro Tag zu essen, erhöht möglicherweise die Gefahr für Typ-2-Diabetes.

So überstehen Sie die Corona-Quarantäne

Wer ein Hobby hat, in das er sich restlos vertiefen kann, übersteht die Isolation besser.

Abnehmen halbiert das Diabetes-Risiko

Schon zwei bis drei Kilo weniger machen einen großen Unterschied.

Diabetes vorbeugen heißt Krebs vorbeugen

Gesund essen und Sport treiben: Das schützt nicht nur vor Diabetes, sondern auch vor Krebs.

Denkanstöße versagen häufiger als gedacht

Maßnahmen, die das Verhalten einer Person ändern sollen, versagen überraschend häufig.

Nasenspray könnte vor Covid-19 schützen

Forscher haben ein Nasenspray entwickelt, das 24 Stunden lang vor einer Ansteckung schützt.

Chili sorgt für ein längeres Leben

Ein Inhaltsstoff der Chili könnte das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen