Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Wie Bakterien die Magensäure überleben

Aktuelles

Gruppe indischer Kinder, die Melonenschnitze essen und in die Kamera schauen

Besonders bei Kindern in Entwicklungsländern sind Keime aus der Nahrung, die schwere Durchfälle verursachen, ein Problem.
© TheFinalMiracle - Fotolia

Do. 15. Januar 2015

Wie gefährliche Bakterien die Magensäure überleben

Vieles, das in den Magen gelangt, wird durch die Magensäure zerstört – doch nicht alles lässt sich von der Säure-Barriere abhalten. Wie gefährliche Darmbakterien, die sich bisweilen auch in Nahrungsmitteln befinden, den Säureangriff parieren können, fanden jetzt Tübinger Forscher heraus.

Anzeige

Der Clou ist eine Art Extra-Schutz der bakteriellen Zellhülle, der sich nur unter sauren Bedingungen einstellt. Ein Stoff, der den Bakterien später im Darm dabei hilft, sich an Zellen des Dünndarms anzuheften, stabilisiert unter sauren Bedingungen, wie sie im Magen vorherrschen, die Zellhülle der Bakterien. Dies berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Molecular Microbiology. "Wir gehen davon aus, dass die Bakterien durch diesen Mechanismus vor aggressiver Säure und mechanischen Belastungen geschützt sind und daher unbeschadet den Magen passieren können", sagt Professor Dirk Linke vom Tübinger Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Das Intimin, wie der Anheftungsstoff heißt, unterstütze somit den Infektionsprozess der Bakterien, die möglicherweise sonst kaum in den Dünndarm gelangen könnten. Die Forscher vermuten, dass das Intimin die Bakterien deutlich gefährlicher macht.

Im Fokus der Forscher standen krankheitserregende Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli, die kurz als EPEC-Bakterien bezeichnet werden, und Bakterien der Gattung Yersinia. Diese seien besonders in Entwicklungsländern für schwere, oft tödlich verlaufende Durchfallerkrankungen bei Kleinkindern verantwortlich, so die Forscher. Die Bakterien, die sich an Zellen des Dünndarms anheften und über eine Art Nadelapparat durchfallerregende Bakteriengifte in den Darm injizieren, werden häufig über den Mund aufgenommen und gelangen trotz der zerstörerischen Magensäure bis in den Darm.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Effektiv abnehmen mit Intervalltraining

Abwechselnde Belastungs- und Erholungsphasen lassen Pfunde schneller schmelzen.

Virusinfektion könnte Zöliakie auslösen

Forscher finden einen Zusammenhang dieser Art der Gluten-Überempfindlichkeit mit verbreiteten Erregern.

Wechseljahre: Pflaster statt Tabletten?

Bei lokal angewendeten Hormonen treten bestimmte Nebenwirkungen seltener auf.

Neue Nervenzellen durch Arznei-Cocktail

Dadurch könnten sich künftig möglicherweise Hirnschäden reparieren lassen.

So schädlich sind Tabakerhitzer

Für die Lunge sind Tabakerhitzer genauso gefährlich wie herkömmliche Zigaretten.

Stent und OP schützen vor Schlaganfall

Forscher haben untersucht, welche Methode bessere Erfolge zeigt.

Kann ein Magenbypass Diabetes stoppen?

Bei vielen Patienten geht die Zuckerkrankheit nach der Operation zurück.

Selbstmitgefühl tut gut

Wer sich selbst mit positiven Gedanken begegnet, ist entspannter und glücklicher.

Psoriasis-Medikament schützt die Gefäße

Sogenannte Biologika senken auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Fettleibigkeit lässt Krebs-Fälle steigen

Das betrifft auch immer mehr junge Erwachsene, warnen Mediziner.

Ausdauertraining schärft den Verstand

Das gilt auch für junge Menschen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Wer Sport treibt, isst gesünder

Forscher haben einen interessanten Zusammenhang gefunden.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen