Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Bei Epilepsie nicht auf dem Bauch schlafen

Aktuelles

Junge Frau schläft auf dem Bauch.

US-Forscher raten Epileptikern, statt auf dem Bauch lieber in Rückenlage zu schlafen.
© katharina neuwirth - Fotolia

Epilepsie: Bauchlage beim Schlafen gefährlich

Hört man die Warnung, dass auf dem Bauch schlafen zu plötzlichen Todesfällen führen kann, denken viel unweigerlich an Babys. Forscher aus den USA weiten diese Warnung jetzt jedoch auf Epilepsiekranke aus.

Anzeige

Ergebnisse aus ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurden, lassen vermuten, dass Epilepsiekranke, die auf dem Bauch schlafen, ähnlich wie Babys ein höheres Risiko haben, unerwartet zu sterben. "Der plötzliche Tod ist die Haupttodesursache bei einer unkontrollierbaren Epilepsie und tritt meist unbeobachtet im Schlaf ein", sagt Studienautor James Tao von der University of Chicago in den USA. Wie die Analyse von 253 solcher Todesfälle aus 25 Studien ergab, hatten 73 Prozent der verstorbenen Epilepsiekranken zuvor auf dem Bauch geschlafen. Häufiger betroffen waren davon Menschen unter 40, so der Neurologe. Warum dies bei jüngeren Menschen eher aufzutreten scheine, wisse man nicht. "Es könnte daran liegen, dass diese Personengruppe eher alleine lebt und niemand dabei ist, wenn während des Schlafens ein Anfall auftritt", vermutet Tao.

Wer das Bett mit einem Menschen teile, der im Schlaf einen generalisierten tonisch-klonischen Anfall hat und sich dabei in Bauchlage befindet, solle ihm dabei helfen, sich während und nach dem Anfall um- oder zur Seite zu drehen, rät Tao. Die Wahrscheinlichkeit, plötzlich zu sterben, ist für Epilepsiekranke mit tonisch-klonischen Anfällen, bei denen das ganze Gehirn betroffen ist, größer als für Epilepsiekranke, bei denen nur ein Teil des Gehirns beteiligt ist. "Ähnlich wie beim plötzlichen Kindstod ist bei Erwachsenen mit Epilepsie oft nach einem Anfall die Fähigkeit aufzuwachen eingeschränkt, besonders wenn es sich um einen generalisierten Anfall handelt", sagt der Neurologe. Als Vorsorgestrategie rät er, auf dem Rücken zu schlafen nach dem Motto "back ist best". Auch spezielle Armbänder oder ein "Bett-Alarm", der vor Anfällen warnt, könnten helfen, solchen Todesfällen vorzubeugen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Symptome googeln schadet der Psyche

Schon nach fünf Minuten Recherche fühlen sich viele Menschen schlechter als vorher.

Pilz zapft Eisenreserven an

Der resistente Pilz Candida glabrata ist für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich.

Viele Sexpartner steigern Krebsrisiko

Wer mehr als zehn Sexualpartner im Laufe seines Lebens hatte, ist gefährdet.

Je mehr Zucker, desto weniger Vitamine

Essen wir viele Süßigkeiten, greifen wir gleichzeitig seltener zu gesunden Lebensmitteln.

Gürtelrose-Impfung gegen Schlaganfall

Senioren profitieren von einer Impfung gleich in mehrfacher Hinsicht.

Frauen gehen zu sorglos mit Alkohol um

Viele Frauen über 50 trinken riskante Mengen Alkohol, ohne sich darüber im Klaren zu sein.

ADHS wegen Vitamin-D-Mangel?

Ein Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft ist ein Risiko für das ungeborene Baby.

Hautentzündungen durch Fast Food?

Zu viel Fett und Zucker könnten das Risiko für Schuppenflechte erhöhen.

Coronavirus: Impfstoff in Rekordzeit?

Weltweit arbeiten Forscher mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs.

Trauer: Gefühle zeigen ist gesünder

Nach dem Tod eines geliebten Menschen ist es nicht unbedingt gesund, stets die Fassung zu wahren.

Enddarmkrebs: Oft geht es ohne OP

Eine abwartende Therapie bringt den meisten Patienten offenbar keine Nachteile.

Busen zu klein oder zu groß

Die meisten Frauen sind mit der Größe ihrer Brust unzufrieden.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen