Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Forscher entwickeln intelligentes Insulin

Aktuelles

Zwei Männer, glatzköpfig, Freizeithemden, ca. um die 60, auf Couch beim fröhlichen Unterhalten

Um Typ-1-Diabetikern den Alltag mit der Krankheit zu erleichtern, tüfteln Forscher schon länger an einem intelligenten Insulin.
© Daria Filiminova - Fotolia

Di. 10. Februar 2015

Diabetes: Forscher entwickeln intelligentes Insulin

Die tägliche Kontrolle des Blutzuckerspiegels und die Entscheidung, wann und wie viel Insulin gespritzt werden muss, macht Typ-1-Diabetikern oft das Leben schwer. Um ihnen den Alltag mit der Krankheit zu erleichtern, tüfteln Forscher schon länger an einem intelligenten Insulin. US-Wissenschaftler sind hier nun einen guten Schritt weitergekommen.

Anzeige

Das Forscherteam um den Biochemiker Danny Chou von der University of Utah hat ein lang wirkendes Insulin entwickelt, das sich selbst aktiviert, wenn der Blutzuckerspiegel steigt. Tests an zuckerkranken Labormäusen zeigten, dass eine Injektion mindestens 14 Stunden lang wirksam war, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science. In dieser Zeit senkte es den Blutzuckerspiegel wiederholt und automatisch, immer dann, wenn die Mäuse eine Zuckermenge erhalten hatten, die einer normalen Futter-Mahlzeit entsprach.

Das chemisch veränderte Insulin wirkte schneller und verringerte den Blutzuckerspiegel besser als das lang wirksame Insulin-Analogon mit dem Namen Insulin detemir. Im Vergleich zu körpereigenem Insulin, das bei gesunden Mäusen den Blutzuckerspiegel reguliert, sei die Wirkung des neuen Insulins bei diabetischen Mäusen im Hinblick auf Tempo und Art und Weise, mit der die Blutzuckerwerte auf einen sicheren Pegel gesenkt wurden, sogar identisch. Für die Insulin-Therapie sei dies ein wichtiger Fortschritt, so die Forscher. "Unser Insulin scheint den Blutzucker besser zu kontrollieren als alles, was derzeit für Diabetes-Patienten erhältlich ist", sagt Chou.

In weiteren Versuchen will der Wissenschaftler nun die Sicherheit und Effektivität des veränderten Insulins weiter erforschen. Chou hofft, dass die Wirksamkeit des neuen Insulins vielleicht in zwei bis fünf Jahren auch an Menschen getestet werden könnte. Ein Insulin, das auf Glukose anspreche und automatisch aktiviert werde, wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch sei, würde nicht nur die Notwendigkeit zusätzlicher Insulin-Injektionen bei Diabetikern verringern. Auch würde es die Gefahren, die bei der Dosierung entstehen können, reduzieren.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Senioren sind heutzutage fitter

Vor 30 Jahren waren ältere Menschen lange nicht so leistungsfähig wie heute.

Gesund Essen ist wichtiger als der BMI

Eine gesunde Ernährung ist für die Gesundheit wichtiger, als die Zahl auf der Waage.

Schwangerschaft verzögert MS

Bei Frauen, die ein Baby kriegen, treten Symptome einer Multiplen Sklerose erst später auf.

Medikament gegen Magersucht

Ein Leptin-haltiges Arzneimittel könnte Patienten helfen, die unter einer Essstörungen leiden.

7 Punkte senken den Blutdruck

Wer sie im mittleren Alter beherzigt, hat später ein deutlich niedrigeres Risiko für Bluthochdruck.

Wie ähnlich sind sich Depression und Angst?

Immunsystem und Fettstoffwechsel der Patienten zeigen deutliche Unterschiede.

Weniger Kalorien, längeres Leben

Wie die Ernährung und die Körpertemperatur die Lebensdauer beeinflussen.

Achtsames Atmen gegen Bluthochdruck

Langsames und bewusstes Atmen mildert Stress und könnte auch den Blutdruck senken.

Sprachtherapie nach Schlaganfall

Eine neue Studie zeigt, dass eine kurze und intensive Therapie nicht unbedingt die beste ist.

Schadet Bluthochdruck dem Gehirn?

Hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte könnten die Denkgeschwindigkeit verlangsamen.

Männer sind häufiger nachtaktiv

Männer und Frauen haben oft einen unterschiedlichen Tagesrhythmus.

Erkältung schützt vor der Grippe

Eine Erkältung bereitet das Immunsystem auch auf andere Viren vor.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen