Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Dünnere Hirnrinde durch Rauchen

Aktuelles

Porträtfoto: Profil Mann um die 70, rechter Bildrand, einen Zigarillo rauchend

Wer sein Leben lang raucht, nimmt eine dünnere Hirnrinde in Kauf - und damit einen beschleunigten Abbau geistiger Fähigkeiten.
© aletia2011 - Fotolia

Do. 12. Februar 2015

Wichtige Hirnregion wird durch Rauchen dünner

Rauchen hat viele schädliche Effekte. Unter anderem scheint es sich negativ auf das Gehirn auszuwirken und mit dem Rückgang geistiger Fähigkeiten sowie Demenz zusammenzuhängen. Diesen Aspekten hat sich ein internationales Forscherteam jetzt intensiver gewidmet – mit erschreckendem Ergebnis.

Anzeige

Die Forscher wollten herausfinden, wie sich jahrelanges Rauchen auf die Struktur des Gehirns auswirkt, und ob ein Rauchstopp solche Veränderungen wieder rückgängig machen kann. Was sie zeigen konnten ist, dass durch Langzeit-Rauchen eine lebenswichtige Region des Gehirns, der sogenannte Kortex, dünner wird. Dabei handelt es sich um die äußere Schicht des Gehirns, die auch als Hirnrinde bezeichnet wird. In ihr gibt es Bereiche, die für so wichtige Dinge wie Gedächtnis, Sprache und Wahrnehmung zuständig sind. "Wir fanden heraus, dass sowohl bei Rauchern als auch bei Ex-Rauchern viele Regionen des Kortex mit 73 Jahren dünner waren als bei Personen, die nie geraucht hatten", sagt Dr. Sherif Karama von der McGill Universität in Montreal, Kanada.

Allerdings scheint es, dass sich die Dicke der Hirnrinde – zumindest teilweise – erholen kann, wenn man den Zigaretten Ade sagt. Der Erholungsprozess sei allerdings langsam und nicht vollständig, schränkt Karama in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry ein. So maßen die Wissenschaftler bei ehemals starken Rauchern, die schon seit 25 Jahren keine Zigaretten mehr angerührt hatten, trotzdem noch einen dünneren Kortex als bei Nie-Rauchern. Eine dünnere Hirnrinde steht mit einem Abbau geistiger Fähigkeiten in Zusammenhang. Dass die Hirnrinde dünner wird, ist zwar ohnehin eine natürliche Begleiterscheinung des Alterns. Aus ihren Ergebnissen lasse sich aber folgern, dass Rauchen diesen Prozess noch beschleunige, so die Forscher.

HH

Alarmiert? Wie ein Rauchstopp gelingen kann, erfahren Sie hier auf aponet.de.

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

H1N1-Impfung: Risiko für Babys?

Forscher haben Kinder untersucht, deren Mütter in der Schwangerschaft gegen Schweinegrippe geimpft wurden.

CT nach kurzer Ohnmacht ist unnötig

Trotzdem erhalten viele Patienten eine Computertomografie des Schädels.

Nahrungsergänzung: Was ist sinnvoll?

Forscher haben viele Studien ausgewertet und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis.

Was Kinder von Trickfilmen lernen

Zeichentrickfilme können Werte und Sprachfertigkeiten vermitteln.

Sport immer zur gleichen Uhrzeit?

Es lohnt sich, für das Training feste Zeiten am Tag einzuplanen.

Schon fünf Zigaretten pro Tag sind tödlich

Raucher haben ein dreifach höheres Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben.

Schützt Intervallfasten vor Diabetes?

Für eine gewisse Zeit auf Nahrung zu verzichten, hat mehrere Vorteile für die Gesundheit.

Hoher Blutdruck durch Vitamin-D-Mangel?

Unterversorgte Babys haben im späteren Leben ein höheres Risiko für Bluthochdruck.

Enkelkinder vor Arzneimitteln schützen

Viele Großeltern denken nicht daran, ihre Tabletten an sicheren Orten aufzubewahren.

Soziales Engagement für das Gehirn

Soziale Kontakte und ehrenamtliche Arbeit könnten für Senioren besonders wichtig sein.

150 Minuten Sport für ein langes Leben

Für die Gesundheit lohnt sich auch im höheren Alter, körperlich aktiv zu werden.

Geringeres Krebsrisiko bei Morgenmenschen?

Wer leicht aus den Federn kommt, hat ein niedrigeres Risiko für Brustkrebs.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen