Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Natürliche Strahlung verdoppelt Krebsrisiko

Aktuelles

Zwei Jungen und zwei Mädchen stehen in sommerlichen Outfits im Freien, die Jungen tragen je einen Fußball unter dem Arm

Je nach Wohnort ist der Mensch ganz unterschiedlichen natürlichen Strahlungsmengen aus Erdreich und Weltraum ausgesetzt.
© Andrey Kiselev - Fotolia

Mo. 23. Februar 2015

Natürliche Strahlung erhöht das Krebsrisiko für Kinder

Regionale Unterschiede der natürlichen Hintergrundstrahlung aus dem Boden und dem Weltall können das Krebsrisiko bei Kindern beeinflussen. Dies zeigt eine Studie von Wissenschaftlern vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern, Schweiz.

Anzeige

Die Forscher verwendeten Strahlungskarten der Schweiz, um die örtliche Dosisleistung terrestrischer und kosmischer Strahlung am Wohnort der Kinder abzuschätzen. Im Mittel waren die Kinder einer Dosisleistung von 109 Nanosievert pro Stunde (nSv/h) ausgesetzt, was über ein Jahr gerechnet eine Dosis von etwa 0,96 Millisievert (mSv) ergibt. Unter Kindern, die einer Dosisleistung von mehr als 200 nSv/h ausgesetzt waren, wurden elf Leukämien und acht Hirntumore beobachtet. "Im Vergleich zu Kindern mit einer Exposition von 100 nSv/h oder weniger entspricht dies etwa einer Verdoppelung des Risikos", sagt Studien-Autor Ben Spycher. Die Forscher schätzten pro mSv zusätzlicher jährlicher Dosis eine Risikozunahme um etwa 4 Prozent - sowohl für Leukämien als auch für Hirntumore. Die Forschergruppe analysierte dazu Daten von insgesamt über 2 Millionen Kindern unter 16 Jahren.

Terrestrische und kosmische Strahlung sind nur zwei Komponenten der gesamten Strahlenbelastung der Bevölkerung. In der Berner Studie war etwa 1 Prozent der Kinder erhöhten Belastungen von über 200 nSv aus Gestein oder Kosmos ausgesetzt. Größer ist die Belastung durch Radongas, das beim Zerfall von natürlich vorkommendem Uran im Erdreich entsteht und durch Ritzen in Gebäude eindringen kann. Weitere wichtige Strahlungsquellen sind das Röntgen und andere diagnostische Verfahren beim Arzt mit durchschnittlich 1,2 mSv pro Jahr, pro Person, sowie lange Flugreisen, bei denen man erhöhter kosmischer Strahlung ausgesetzt ist. Co-Autorin Claudia Kuehni: "Insgesamt deuten unsere Resultate darauf hin, dass ionisierende Strahlung auch im Niedrigdosisbereich das Krebsrisiko bei Kindern erhöhen kann."

Uni Bern/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Rauchen hinterlässt Spuren in den Genen

Forscher haben neue Details über die Folgen von Zigarettenkonsum aufgedeckt.

Feste Bettzeiten halten schlank

Gesundheit und Stoffwechsel profitieren, wenn wir zu festen Zeiten ins Bett gehen.

Schlafkrankheit: Ursache gefunden

Offenbar liegt der Krankheit eine Reaktion des Immunsystems zugrunde.

Diese Ernährung senkt die Krebsgefahr

Einige Lebensmittel sind für die Gesundheit wertvoller als andere.

Mit Viren Tumorzellen angreifen

Forscher haben eine neue Therapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet.

Resistente Keime schneller erkennen

Ein neues Verfahren beschleunigt die Diagnose von 72 Stunden auf 45 Minuten.

MRT zur Vorsorge von Brustkrebs?

Bei Frauen mit einem hohen Risiko ist das sogar sinnvoller als eine Mammografie.

Valsartan: Wie hoch ist das Krebsrisiko?

Valsartan-Präparate waren offenbar noch mit einem weiteren krebserregender Stoff belastet.

Pflanzlicher Wirkstoff schaltet Hunger aus

Der Wirkstoff könnte eine neue Option für Übergewichtige sein.

HIV-Impfstoff rückt ein Stück näher

Im Fokus stehen spezielle Antikörper, die einige Menschen gegen HI-Viren produzieren.

Zika: Spätfolgen auch bei gesunden Babys?

Auch bei vermeintlich gesunden Babys können später Lern- und Gedächtnisprobleme auftreten.

Vollkorn senkt das Diabetes-Risiko

Dabei kommt es vor allem auf die Menge an, die täglich gegessen wird.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Jobangebot

Die aponet-Redaktion sucht einen Medizinjournalisten (m/w) als freien Mitarbeiter.

Erfahren Sie mehr in unserer Stellenanzeige.

Anzeige

Das A und O: Die konsequente Hautpflege!

NeurodermitisMit der richtigen Pflege können die speziellen Probleme der trockenen zu Neurodermitis neigenden Haut bekämpft werden. Trockene und gereizte Haut? Ohne die richtige Pflege ein Teufelskreis…

Lesen Sie hier mehr!

Anzeige

Service

Zum NAI-Gewinnspiel Zum NAI-Portal

Themenspecial: Empfindliche Haut

Frau mit Hut im GrünenIm neuen Themenspecial "Empfindliche Haut"
lesen Sie auf aponet.de viel Wissenswertes rund um die richtige Hautpflege bei Neurodermitis und Rosazea.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen